Seit 2016 schwimme ich den Aqua Sphere Racer Women. Zeit für ein Update, nicht nur bei Aqua Sphere, sondern auch bei mir. Drei Ironman Distanzen und unzählige Trainingskilometer im See hat der Racer sehr gerne mitgemacht. Immer zuverlässig und meine bisher liebste Zweite Haut in den vielen Jahren, in denen ich Triathlon mache. Trotzdem freue ich mich sehr, dass ich den Nachfolger mit all seinen Vorteilen testen darf. 

Der Test: 

Foto: Gritt Liebing

Leider war die Wetterlage lange so, dass der Neoprenanzug einfach nicht zu Wasser gelassen werden konnte. Wassertemperaturen unter 15 Grad machten ein objektives, ausgiebiges und mehrfaches Testschwimmen im Freiwasser unmöglich. Leider verpasste der Aqua Sphere Racer 2.0 deshalb auch meinen ersten Mitteldistanz- Triathlon, dafür war er fest eingeplant – als Motivation. Aber wenn man vorher nicht testen kann, dann ist es nicht sinnvoll direkt im Wettkampf mit dem neuen Anzug zu schwimmen. Also blieb der schöne Anzug in seinem Karton. Schade, aber nicht zu ändern. 

Mit dem Wetterumschwung erwärmten sich die Seen schnell und der Racer 2.0 erfuhr seine heiß ersehnte Wassertaufe. Das Öffnen der Verpackung ist überraschend, denn zuallererst sieht man ein Paar weiße Handschuhe. Deren Zweck erschließt sich von selbst. Zum An- und Ausziehen (außer man befindet sich in einem Wettkampf) benutzt man die Handschuhe, um zu vermeiden, dass das empfindliche und wertvolle Material von Fingernägeln beschädigt wird. Eine gute Idee.  

Die offensichtlichste Veränderung auf den ersten Blick ist ein chices Design. Kam der Racer in eher schlichtem und unauffälligem dunkelblau und schwarz daher, so wartet der Nachfolger in Schwarz mit gelben Akzenten auf. Fast ein wenig aggressiv ist das Design, mich erinnert es an einen Feuersalamander. Das Feuer brennt auch in mir, denn ich schwimme sehr gerne und mit neuem Material natürlich noch ein wenig lieber.

Beim ersten Anfassen – zunächst ganz vorsichtig ohne die mitgelieferten Handschuhe – stellt man eine veränderte Haptik zum Vorgängermodell fest. Der Racer 2.0 fasst sich weich an, das Material wirkt elastischer und geschmeidig. Vergleiche zum Vorgängermodell erscheinen sinnlos, denn der Racer 2.0 ist ein völlig anderer Anzug.  Der Racer ist  ein bequemer und solider Neoprenanzug, während der Racer 2.0 eine anschmiegsame Rakete ist. 

Foto: Harald Bajohr

Genau das bewies dann auch der Test im Wasser. Kaum spürbar, aber dennoch mit sehr gutem Auftrieb an den richtigen und wichtigen Stellen, lässt der Aqua Sphere Racer 2.0 mich durch’s Wasser gleiten. Ich schwimme hinaus in den See und möchte überhaupt nicht zurück an’s Ufer. Leicht gleite ich dahin und die Arme sind dank des nur 2mm dünnen Materials und der 1,5mm dünnen Bio-Stretch Zone unter den Armen leicht und scheinen auch mit zunehmender Schwimmzeit nicht zu ermüden. Keine Reibestellen am Hals, der Neoprenanzug schmiegt sich an ohne einzuengen.  

Foto: Harald Bajohr

Um ehrlich zu sein, bin ich kein Material-Freak. Das heißt nicht, dass ich gutes Material nicht zu schätzen weiß oder erkennen würde, aber ich halte gerne lange an meinen Gegenständen fest. Sprich, solange Rad, Schuhe oder Neoprenanzug noch nicht so verschlissen sind, dass sie untauglich sind, brauche ich nichts Neues. Materialschlachten lasse ich andere schlagen. Schwimmen, Radfahren und Laufen muss ich selbst, Material unterstützt, aber es muss nicht immer das Neueste sein. Im Fall des Aqua Sphere Racer muss ich mir allerdings eingestehen, dass neu doch absolut toll sein kann und wirklich beim  schnelleren Vorankommen im Wasser hilft. So mag ich den Racer 2.0 gar nicht mehr ausziehen, was dank der Quick-Release-Einsätzen am Knöchel und dem langen Easy-Pull-Reißverschluss äußerst schnell von Statten geht. Die Wechselzone wird’s freuen. 

Foto: Gritt Liebing

Gefroren habe ich auch bei kühleren Temperaturen – wohlgemerkt aber über 16 Grad Wassertemperatur – nicht. Thermo-Guard-Technologie heißt das Zauberwort und wurde an Brust, Schultern und Rücken verarbeitet und speichert  dort die Körperwärme.
Ein richtig cooles Feature, was ich so noch nicht gesehen und zunächst sogar übersehen habe, ist ein eingearbeitetes Schlüsseltäschen. Das ist sehr praktisch, denn wie oft geht man alleine an den See oder in’s Meer und wenigstens der Schlüssel sollte nicht am Ufer liegen bleiben. Vertrauen ist gut, Mitnahme ist besser. Ein ganz normaler Schlüssel passt in das Täschchen, ohne dass man ihn spürt. Bei größeren Autoschlüsseln wird es schwieriger, aber der Gedanke ist trotzdem super.

Fazit:

Foto: Harald Bajohr

Der Aqua Sphere Racer 2.0 ist ein flexibler, schneller Neoprenanzug, dem es an nichts fehlt. Definitiv ist er optisch und auch mit all seinen Features und dem SCS-beschichteten Yamamoto 39 Neopren ein Volltreffer für alle TriathletInnen. Er ließ bei unseren Schwimmausflügen keinerlei Schwächen erkennen und begeisterte auf ganzer Linie. Neue Schwimmbestzeiten sehe ich schon am Horizont. 

 

Mehr über Aqua Lung GmbH

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

neun + 16 =