Wer seinen Urlaub in Bayern einmal ganz anders gestalten will, kann sich beim Bergwaldprojekt mit Hand und Herz für den Wald einsetzen.

Bayerns Natur ist einzigartig und rund 33 Prozent sind mit Wald bedeckt. Damit die Natur erhalten bleibt, kümmert sich der Verein Bergwaldprojekt e.V. um Aufforstung, Schutzwaldsanierung durch das Pflanzen von Tannen oder Waldumbau zur Korrektur von Monokulturen. 

Es ist kurz nach sechs am Morgen. Fahles Morgenlicht schimmert durch die Tannenwipfel bei Sonthofen-Wertach im Oberallgäu. Peter Naumann begrüßt eine Freiwilligengruppe am Frühstückstisch. Der Diplom-Forstingenieur ist Sprecher des Bergwaldprojekts, das sich für den Schutz und Umbau der Wälder einsetzt. Das heißt konkret: Freiwillige krempeln in unterschiedlichen, meist einwöchigen Arbeitseinsätzen die Ärmel hoch für Bayerns Wälder.

Jeder kann mitmachen
Langschläfer dürfen Freiwillige nicht sein. Für die Projekte im Gebirge sollten sie auch trittsicher und halbwegs schwindelfrei sein. Doch ansonsten ist jeder, der sich in seiner Freizeit für den Wald einsetzen möchte, von Herzen willkommen. Mittlerweile organisiert das Bergwaldprojekt in Deutschland mehr als hundert Einsatzwochen im Jahr an 52 Orten und bringt so jährlich 2.500 Menschen in die Wälder hinein. Teilnehmer müssen nur die An- und Abreise übernehmen, um Unterkunft und Verpflegung kümmert sich der Verein. Am Abend nach einem anstrengenden Tag sitzt die Gruppe erschöpft aber zufrieden am Lagerfeuer beisammen. Köche verwöhnen die müden Waldfreunde mit regionalem Bio-Essen.

Aufforstung für Tier und Mensch
In Bayern mit seinen ausgedehnten und vielfältigen Wäldern finden besonders viele Projekte statt: Im Oberammergau setzen sich die Freiwilligen für die Wiedervernässung der Moore ein. Im Lechtal erhalten sie den seltenen Schneeheide-Kiefernwald. Und in den Bayerischen Voralpen am Walchensee pflanzen sie junge Bäume und pflegen den Schutzwald – um nur einige Beispiele zu nennen. Aber nicht nur der Wald profitiert vom Engagement der Menschen – die Arbeit beim Bergwaldprojekt sei ein großer persönlicher Gewinn für jeden, findet der Forstingenieur. Mit dem Pflanzen eines Baumes haben die Teilnehmer die Möglichkeit, schöpferisch und kreativ tätig zu werden. Der Wasserhaushalt wird optimiert, der Waldboden wird stabilisiert und sie tun damit etwas gegen die Erosion. Sie verbessern zudem das Leben unzähliger Insekten- und Tierarten. Eine anstrengende, aber sinnstiftende und befriedigende Tätigkeit. Das Bergwaldprojekt entstand 1986 und koordiniert ehrenamtliche Helfer, die zum Wohl deutscher Wälder, Moore und Biotope arbeiten wollen.

Persönliche Ausflugstipps von Peter Naumann
Peter Naumann geht zur Erholung gerne an die Gunzesrieder Ach. Von der Gunzesrieder Säge geht es dann an einem ruhigen Fluss entlang, der sich eintieft wie der Grand Canyon. Dort gibt es überall Plätze zum Verweilen, die in der Nebensaison wenig frequentiert sind. Ein beliebter Wanderweg führt über Burgberg zum Grüntenhaus. Hier kann man das Allgäu erleben, wie es früher gewesen sein muss. Keine Straße führt hier für Autos hoch, das Weißbier muss man sich bei einem etwa einstündigen Aufstieg erst verdienen. Ursprünglich und sehenswert ist für Naumann auch das Hintersteiner Tal mit dem Schrecksee. Hier tauchen Besucher vollkommen in die Hochalpen ein und treffen mit etwas Glück auf Steinbock und Murmeltier.

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