Es ist schwer, nicht ins Schwärmen zu geraten. Der neunte The North Face Lavaredo Ultratrail zog auf der Originalstrecke über 119 Kilometer und 5850 Höhenmeter 1.200 Läuferinnen und Läufer in seinen geheimnisvollen Bann. Dabei benötigt der The North Face Lavaredo Ultratrail keine Superlative, die Strecke an sich überzeugt mit einer atemberaubenden Schönheit, der man sich schon in Cortina d´Ampezzo, dem Startort zu einem der faszinierendsten Ultratrails, nicht entziehen kann. Neben einer gigantischen Kulisse überzeugt der LUT mit Bescheidenheit und unglaublicher Freundlichkeit der vielen Helfer, die die Teilnehmer von der Anmeldung bis zur abschließenden Finisher-Mahlzeit begleitet.

    The North Face Lavaredo Ultratrail

    Es ist schwer, nicht ins Schwärmen zu geraten. Der neunte The North Face Lavaredo Ultratrail zog auf der Originalstrecke über 119 Kilometer und 5850 Höhenmeter 1.200 Läuferinnen und Läufer in seinen geheimnisvollen Bann. Dabei benötigt der The North Face Lavaredo Ultratrail keine Superlative, die Strecke an sich überzeugt mit einer atemberaubenden Schönheit, der man sich schon in Cortina d´Ampezzo, dem Startort zu einem der faszinierendsten Ultratrails, nicht entziehen kann. Neben einer gigantischen Kulisse überzeugt der LUT mit Bescheidenheit und unglaublicher Freundlichkeit der vielen Helfer, die die Teilnehmer von der Anmeldung bis zur abschließenden Finisher-Mahlzeit begleitet.

    Bild: Harald Bajohr

    Der The North Face Lavaredo Ultratrail zeigte sich vom 26. bis 28. Juni seit langem wieder einmal von seiner sonnigen Seite. Bei angenehm warmen Temperaturen und überwiegend blauem Himmel entfaltete sich schon bei der Abholung der Startunterlagen im Olympic Ice Stadium eine wunderbare Kulisse. Im Stadion selbst, dem Zentrum des logistischen Geschehens, herrschte angenehme Kühle. Lange Wartezeiten müssen die Teilnehmer am Ultratrail trotz der maximalen Teilnehmerzahl nicht in Kauf nehmen. Die Registrierung verläuft zügig, die Kontrolle des ärztlichen Attests und der Pflichtausrüstung wird mit äußerster Präzision vorgenommen. Wer hier schlampt, wird erbarmungslos zurück gewiesen. Im überschaubaren Expobereich locken neben den Partnern und Sponsoren insbesondere die Partnerveranstalter mit attraktiven Laufveranstaltungen, die im internationalen Laufkalender eher ein bescheidenes Dasein führen, obschon sie sicher mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Doch bevor es an die Planungen für die nächsten Jahre geht, steht erst einmal der Ausflug über den Lavaredo, die Tofane, die Cinque Torri sowie die drei Zinnen an.

    Die Zeit bis zum Start um 23:00 Uhr zu überbrücken fällt angesichts des sommerlichen Wetters in Cortina nicht schwer. Auch wenn es ratsamer wäre, die Füße hoch zu legen oder sich zu schonen, lockt das attraktive Zentrum mit seinem wunderbaren Flair. Über allem prangt das Start- und Ziel- Banner im Zentrum der Fußgängerzone und mit jedem Blick auf die Kirche steigt die Anspannung. Ein wenig Bummeln, ein Eis – einfach eine Spur dieser Atmosphäre einsaugen, bevor es in die Einsamkeit des Gebirges geht.
    Wie schon bei der Registrierung geht es auch bei der Pasta Party und der Abgabe der Wechselbeutel entspannt und locker zu. Mittlerweile gesellen sich nur vereinzelt am beginnenden Abend Läuferinnen und Läufer unter die Touristen, die Restaurants und Bars erobern. Kurz vor dem Start herrscht in der Dunkelheit Gänsehautatmosphäre. Die Anspannung in den Gesichtern spricht Bände, vor allem Wiederholungstäter wissen, was sie in den nächsten langen Stunden auf der großen Runde erwartet.

    Unter dem Beifall der Zuschauer machen sich 1.200 in sich gekehrte Ultratrailer vom Corso Italia auf den Weg in eine erste lange Nacht. Schon mit den ersten Kilometern und dem ersten Anstieg verebben selbst die letzten Gespräche. Kraft sparen ist angesagt. 56 Nationen sind bei der neunten Auflage vertreten. Auch an der Spitze des Feldes versammelt sich eine hochkarätige und internationale Konkurrenz. Am Ende sollte ein Außenseiter das Rennen für sich entscheiden. Mit dem Norweger Didrik Hermansen hätte wohl niemand gerechnet und auch in der Damenkonkurrenz war der Sieg von Caroline Chaverot aus Frankreich nicht unbedingt zu erwarten.

     

    Das Gros des Feldes hat zu diesem Zeitpunkt (Siegerzeit bei den Herren: 12:34 Stunden) am Samstagmorgen die Verpflegungsstelle am Rif Auronzo bei Kilometer 48 hinter sich gelassen. Hier gibt es zum ersten Mal eine warme Suppe, Zeit sich für den Tag zu rüsten. Der Wechselbeutel winkt. Trotz hervorragender Wetterbedingungen sind die Nächte kalt. Doch am frühen Morgen zeigt sich das Wetter noch von seiner besten Seite. Ein Blick auf das Streckenprofil offenbart deutlich: Ab Kilometer 80 entfaltet der The North Face Lavaredo Ultratrail seine geballte Anforderung. Doch schon bis zum Rifugio Auronzo kann man nicht oft genug innehalten und das, was sich dem Auge offenbart, schlichtweg genießen. Die Zeit für Fotos von einer überragenden Kulisse als persönliches Andenken von einem der wohl schönsten Ultratrails in Europa sollte man sich unbedingt gönnen.

    Dann wütet das Wetter doch noch mit all seiner Kraft. Schwere Gewitter ziehen auf, Schutz beim Aufstieg zum Col del Bos ist Mangelware und so kämpfen sich die Hartgesottenen mit müden Gliedern weiter. Was auf dem Streckenprofil als kleine Erhebungen gekennzeichnet ist, offenbart sich in der Realität als kraftraubende Zwischenanstiege. Trotz aller Erschöpfung ist höchste Konzentration gefordert. Zweieinhalb oder drei Stunden für sieben oder acht Kilometer sind deutliche Hinweise auf das, was die Strecke im letzten Drittel so zu bieten hat.

    Noch einmal kurz Kraft tanken und schon geht es weiter. Die letzten neun Kilometer bis Cortina offenbaren sich als technisch äußerst anspruchsvolle Angelegenheit. Steil, matschig, glitschig, im nächtlichen Dunkel eine große Herausforderung. Doch es sind die letzten Kilometer und natürlich steckt man die auch noch weg. Endlich wieder asphaltierten Boden unter den Füßen. Willkommen zurück in der Zivilisation. Das Bild von Cortinas beleuchtetem Stadtzentrum, über dem die Chiesa Parrocchiale thront, brennt sich ins Gedächtnis ein. Wann darf man so etwas schon noch einmal erleben?

    Auf den letzten Metern ins Ziel nimmt man gerne die müde Gratulation der Finisher am Streckenrand entgegen. Den Zieleinlauf genießt die Mehrheit für sich alleine. Wer sollte schon in tiefster Nacht oder im frühen Morgengrauen die Läuferinnen und Läufer feiern? Dankbar nimmt man sein Präsent entgegen, erfrischt sich ein wenig mit Cola, Red Bull und Isostar. Der Hunger treibt einen direkt ins Ice Stadium und die Nudeln mit den Oliven und dem Thunfisch schmecken wirklich richtig gut. Erst im Laufe des Tages lässt sich das Erlebte langsam mit allen Sinnen begreifen. Stolz tragen die Ultratrailer die Finisher-Weste auf ihrem Streifzug durch Cortinas Zentrum, um die Siegerinnen und Sieger des The North Face Lavaredo Ultratrails gebührend zu feiern.

    Der The North Face Lavaredo Ultratrail ist eine Perle der Ultra World Tour, die ihren Schliff auf der einen Seite durch eine perfekte Organisation und zu 100 prozentigem Engagement der 500 freiwilligen Helfer glänzt. Auf der anderen Seite bieten die Dolomiten rund um Cortina d´Ampezzo eine einzigartige Kulisse, die jeden Bergläufer nur begeistern kann.

     

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