Textilindustrie im Kampf gegen den Klimawandel

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Bild: Tom Tittmann

Die globale Modebranche hat zusammen mit UN Climate Change die Fashion Industry Charter for Climate Action für den Kampf gegen den Klimawandel ins Leben gerufen. Die Vereinbarung ist auf die Ziele des Pariser Abkommens ausgerichtet und enthält die Vision, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. 

Nach eigenen Angaben hat die Sportartikelmarke PUMA eine führende Rolle beim Plan der Textilindustrie, Treibhausgase zu senken und die schlimmsten Folgen der Erderwärmung zu vermeiden, übernommen. 

Bjørn Gulden CEO PUMA SE / Foto: (c) Christoph Maderer-PUMA
Bjørn Gulden / Foto: (c) Christoph Maderer-PUMA

In der Vorbereitungsphase zur Industriecharta, die heute bei der UN Klimakonferenz in Katowice präsentiert wird, hat PUMA Arbeitsgruppen geleitet und mit Erfolg Lieferanten und Mitbewerber dazu aufgerufen, sich an dieser Initiative zu beteiligen. „Wir wissen, dass mehr als 90% von PUMAs CO2 -Fußabdruck in gemeinsamen Lieferketten entsteht. Wenn wir den CO2-Ausstoß in unserer Lieferkette senken wollen, müssen wir mit unseren Mitbewerbern zusammenarbeiten. Die Fashion Industry Charter for Climate Action sorgt dafür, dass die gesamte Industrie das Pariser Abkommen unterstützt. Wir schätzen es sehr, dass UN Klima eine weltweite Plattform errichtet hat, um es anderen Firmen zu ermöglichen dieser Initiative beizutreten“, sagt PUMA CEO Bjørn Gulden.

Foto: Mammut

„Der Klimawandel ist eine der grössten und akutesten Herausforderungen unserer Zeit. Unsere Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt und ganze Regionen trocknen aus. Um die globale Erwärmung einzudämmen und die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels erheblich zu reduzieren, muss jedes Land, jede Branche, jedes Unternehmen und jedes Individuum seinen Teil dazu beitragen. Mit der Unterzeichnung übernimmt Mammut proaktiv Verantwortung und hofft, andere mit diesem Schritt zu inspirieren, dem Beispiel zu folge“, so Peter Hollenstein, CR-Manager der Mammut Sports Group AG. 

Nachdem Mammut im November seine Corporate Responsibility Ziele für die nächsten fünf Jahre veröffentlichte, geht das Unternehmen nun den nächsten Schritt auf seiner WE CARE Reise. Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich die Schweizer Outdoor-Marke, die 16 Prinzipien und Ziele der Fashion Climate Charter umzusetzen oder zu unterstützen. In Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Abkommens definiert die Vereinbarung Themen, die von den Unterzeichnern angegangen werden. Diese reichen von der Dekarbonisierung der Produktionsphase, über die Auswahl klimafreundlicher und nachhaltiger Materialien, bis hin zu kohlenstoffarmem Verkehr, der Verbesserung des Verbraucherdialogs und des Bewusstseins der Verbraucher, der Zusammenarbeit mit der Finanzgemeinschaft und politischen Entscheidungsträgern zur Förderung skalierbarer Lösungen sowie der Erforschung zirkulärer Geschäftsmodelle. Um konkrete Fortschritte bei der Erfüllung dieser Verpflichtungen zu erzielen, wurden sechs Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen die Unterzeichner die Schritte zur Umsetzung festlegen.

In PUMAs Nachhaltigkeitsstrategie 10FOR20 ist der Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Säule. Als Teil dieses Engagements wird PUMA bis 2020 90% der Energie für Standorte, die das Unternehmen besitzt oder leitet, aus erneuerbaren Quellen beziehen. Dies geschieht durch den direkten Bezug von erneuerbarem Strom oder dem Kauf von Renewable Energy Certificates. Um auch den Ausstoß in der Lieferkette zu senken, wird PUMA das bereits existierende Energieeffizienzprogramm, welches in Zusammenarbeit mit der IFC in Vietnam und Bangladesch entstanden ist, auf andere Länder ausweiten. PUMAs Engagement den CO2-Ausstoß zu senken wird durch die Zielsetzung des Unternehmens gestärkt, den Anteil von Baumwolle und Polyester aus nachhaltigen Quellen von 50 % auf 90 % zu erhöhen. Um die Wirkung solcher Maßnahmen besser zu kontrollieren, hat PUMA den Higg Index, ein standardisiertes Tool der Sustainable Apparel Coalition um die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens zu messen, auf alle wichtigen Lieferanten weltweit ausgeweitet.

Sympatex CEO Rüdiger Fox

Auch Sympatex zählt zu den 40 Erstunterzeichnern der Charter und hat diese ebenfalls aktiv mitgestaltet. „Die Charter ist selbstverständlich offen für weitere Mitglieder. Je mehr Branchenteilnehmer sich committen, desto mehr können wir gemeinsam bewegen, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad zu drücken, noch zu erreichen“, erklärt Dr. Rüdiger Fox. „Katowice hat gezeigt, dass unsere Branche bereit ist für große Taten und für dringend notwendige Veränderungen in dem bisherigen Denkansatz. Immer mehr Marken beginnen zu verstehen, dass Nachhaltigkeit nicht als Bedrohung oder als rein gesellschaftliche und ökologische Verpflichtung gesehen werden sollte, sondern vielmehr auch als wirtschaftliche Chance für Unternehmen von morgen: „Grün“ wird zum neuen „Blauen Ozean“, ergänzt Fox.

Neben Sympatex Puma SE, und der Mammut Sports Group AG zählen unter anderem adidas, Hugo Boss, H&M Group, Schoeller Textiles AG, Pidigi S.P.A. sowie die Designerin Stella McCartney zu den Erstunterzeichnern, aber auch wichtige NGOs zur Förderung von Nachhaltigkeit in der Textilindustrie wie etwa die Sustainable Apparel Coalition (SAC), Textile Exchange und die ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals).

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