Simon Gietl und Patrick Seiwald eröffnen Mixed-Tour „Räuber Hotzenplotz“ 

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Bild: storyteller_labs

Der Südtiroler Simon Gietl kann seine beeindruckende Liste an Erstbegehungen weiterführen. Am 26. Dezember 2018 gelang es dem Pro-Kletterer und SALEWA Athleten zusammen mit Seilpartner Patrick Seiwald, eine ebenso empfehlenswerte wie lohnenswerte Mixed Route im Tauferer Ahrntal in Südtirol, erstzubegehen.

Die Athleten eröffneten die Route „Räuber Hotzenplotz“ in der Nähe des Wasserfalls „Ko er zwischen den Wänden“ ohne Verwendung von Bohrhaken. Die neue Eis-Fels-Tour wird mit der Schwierigkeit M9 Wi5 bewertet. Mit der Absicht die schöne Eis-Fels-Linie in klassischer Absicherung, ohne der Verwendung von Bohrhaken, zu eröffnen, stiegen die beiden Kletterer zum ersten Mal 2009 in die Route ein. Damals konnten sie die Schwierigkeiten, auf die sie in einem abdrängenden Überhang nach der dritten Seillänge stießen, nicht am selben Tag bewältigen. Die Athleten beschlossen abzuseilen. In den folgenden Wintern „fuhren wir unzählige Male an der Wand ucht vor- bei und jedes Mal streiften unsere Blicke entlang der Linie, die wir 2009 begonnen hatten, aber die Linie hat sich nie wieder so augenscheinlich logisch und kletterbar gebildet wie im Jahre des ersten Versuches“, so Gietl. 

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Am 22. Dezember 2018 standen Simon Gietl und Patrick Seiwald wieder vor der Ko er-Wand, um die Mixed Route mit vier Seillängen nochmals zu versuchen und ihr, so Gietl „in einer logischen und natürlichen Linie zu folgen.“ Die ersten reinen Eisseillängen kletterten die erfahrenen Athleten problemlos. Ab der dritten Seillänge wechseln sich heikle Eispassagen mit knif igen Felsabschnitten ab, aber die Schwierigkeiten lösten sich für Gietl „beinahe wie im Bilderbuch“ auf und sie konnten ihrem Vorsatz der klassischen Absicherung treu bleiben. Der schwierigste Teil der Route liegt in einem steilen Überhang in der letzten Seillänge. Für Simon Gietl ein „großes Finale, denn obwohl eine stumpfe, anstrengende Verschneidung den logischen Weiterweg vorgab, war es ein anspruchsvolles Unterfangen. Die geschlossene Felsbeschaffenheit verlangte ein gutes Auge, da es nicht offensichtliche Möglich- keiten gab, sichere Felshaken zu schlagen.“ 

Am 26. Dezember standen die Kletterer erneut am Einstieg, um die Tour „Rotpunkt“ zu klettern. Nach vier Stunden erreichten sie den Ausstieg. Simon Gietl schließt mit dieser Erstbegehung ein erfolgreiches Jahr mit einer Reihe an klettertechnisch anspruchsvollsten Projekten in Südtirol und im Latok-Gebirge ab: „Es hätte kein besseres Jahres- ende geben können. Bei dieser Gelegenheit möchten wir in allen ein schönes neues Jahr wünschen.“ 

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