Laut der Messe München verzeichnete die Premiere der OutDoor by ISPO einen „erfolgreichen Start ins neue Outdoor-Zeitalter“.

1.018 Aussteller präsentierten zur Premiere von OutDoor by ISPO ihre Produkte und Innovationen. Der internationale Anteil erreichte bereits zur Premiere 84 Prozent. Zu den stärksten Ländern zählten Deutschland, UK, Italien, die Niederlande, China, Schweden und die USA. Mehr als 22.000 Fachbesucher aus rund 90 Ländern besuchten die Messe, davon kamen rund zwei Drittel aus dem Ausland. Die besucherstärksten Länder waren (in dieser Reihenfolge) Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, UK, Frankreich und die Niederlande. Der Anteil der Entscheider betrug 85 Prozent. Laut offizieller Marktforschung der Messe München bezeichneten 87 Prozent aller Besucher die Erstveranstaltung als gut bis ausgezeichnet.

Bild: Outdoor by ISPO

Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München: „Der große Zuspruch aus der Branche beweist den Erfolg unseres neuen Konzepts. Wir konnten unsere Versprechen aus dem Vorfeld einlösen und sogar übertreffen. Gemeinsam mit der Branche sind wir in ein neues Zeitalter gestartet, in dem „Outdoor“ keine vorgegebene Definition der Industrie, sondern der Überbegriff für die individuelle Haltung eines jeden Einzelnen ist.“

OutDoor by ISPO als Innovationstreiber?
Die Branche und ihre Besucher haben vieles Altbekanntes wiedergefunden und wenig Neues entdeckt. Wirklich neue Akzente konnte die Messe München mit ihrem OutDoor by ISPO – Konzept nicht setzen. Vieles kannten Besucher und Aussteller aus den vergangenen Jahren von der OutDoor in Friedrichshafen. Von den Awards bis zur Party, von den Pressekonferenzen bis zu Workshops und Vorträgen und auch in Sachen Nachhaltigkeit treibt eher die Branche den Spielball weiter nach vorne als die Messe München. 

Programmvielfalt mit mangelnder Besucherresonanz
Der Veranstaltungskalender war gespickt mit zahlreichen informativen und spannenden Vorträgen und Workshops. Doch die Besucher zu den einzelnen Vorträgen blieben oftmals aus. Die Fülle des Angebots war zwischen den wichtigen Gesprächen bei Marken und Ausstellern für interessierte Fachbesucher kaum wahr zu nehmen. So blieb es bei überschaubaren Zuhörern bei engagierten Vortragenden. 

Messe-Business statt Outdoor-Flair
Ob bei Ausstellern oder Besuchern – der Flair vergangener OutDoor-Tage ist vergangen und wurde unisono vermisst. Das Freigelände erweckte den Eindruck, als gehörte es nicht zur eigentlichen Messe und eher als Kompromiss integriert. Der Außenbereich zwischen den Messehallen lud zum Verweilen im Sonnenschein oder Schatten ein, aber eben nicht zur Entdeckungsreise bei kleinen Marken oder Ausstellern. Das abendliche Nachmessetag-Cometogether verlor sich in der Weite der Messehallen, obschon natürlich die großen Abendveranstaltungen gut besucht waren. An erster Stelle zu nennen die Parties der großen Kletter- und Boulder-Marken oder die Launchparty von Fjallraven. Hatte man hier kurz Outdoor-Luft und -Feeling geschnuppert, holte einen schnell die stickige Messeatmosphäre wieder ein. Spätestens auf dem Weg zur U-Bahn. Die Region um den Bodensee hat eben doch mehr Outdoor-Frischluft zu bieten. Aber schließlich dient die Messe nicht dem Freizeitvergnügen, sondern der sich zunehmenden Professionalisierung der Branche. Am Ende zählt das, was in den Auftragsbüchern steht und ob sich diese am Ende der OutDoor by ISPO weiter gefüllt haben, muss jeder Aussteller für sich selbst analysieren. Inwiefern der mangelnde Outdoor-Flair am Ende auch Einfluss auf das Netzwerken innerhalb der Branche nimmt, ist voraussichtlich ebenfalls unterschiedlich zu bewerten.

Chancen, Möglichkeiten, Positionierungen
München bietet als Standort viele Vorzüge: Erreichbarkeit, Logistik, Übernachtungsmöglichkeiten und am Ende auch bayerische Gastlichkeit und ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Doch in erster Linie ist die OutDoor by ISPO internationaler Business-Treffpunkt. Der hohe Anteil internationaler Aussteller und Besucher ist für die globale Entwicklung des Themas Outdoor und ihrem Schwerpunktthema Nachhaltigkeit durchaus wichtig. Die Analyse der Qualität der Messebesucher, die Erreichbarkeit des deutschsprachigen Fachhandels steht auf dem Blatt der Marken und Hersteller. Die neue OutDoor in Friedrichshafen könnte durchaus ebenfalls Akzente für den Handel und die Branche setzen. Wirklich Innovatives hatte die Messe München mit der Premiere der OutDoor by ISPO Weniges zu bieten. Der Flair vergangener Tage ist ohnehin nicht mehr zurück zu gewinnen, doch für die kommende Ausgabe der OutDoor by ISPO würden zumindest wir uns etwas mehr Outdoor-Feeling wünschen.

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