Im Härtetest: puro S von Bianco di puro

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Darf es etwas mehr sein? Ein Satz, den unser Autor beim Test des puro S von Bianco di puro an seine Kindheit erinnert und heute vielleicht aktueller ist, denn je.

… oder darf es etwas mehr sein? Lang ist es her, dass ich diesen Satz in der Stammmetzgerei bei Bolle um die Ecke gehört habe. Aber dieser Satz war zumindest in meiner Kindheit immer ein fester Bestandteil und gehörte zu jedem ordentlichen Fleischereibesuch dazu, genau wie die obligatorische Scheibe Kinderwurst. Liegt es an meiner heutigen veganen Ernährung, dass für mich Metzgereibesuche ad absurdum führen würden? Obwohl in Frankfurt gibt es ja diese kleine Bio-Metzgerei, die auch vegane…, nee, das ist nun wieder eine ganz andere Geschichte. Aber: ein bisschen mehr verspricht auch das Top Modell, der puro Hochleistungs Mixer in der Familie Bianco di puros: der puro s! Ich war gespannt ob mich die S-Variante noch stärker zu begeistern vermag, als der für mein Verständnis schon fast perfekte puro. Ich kann es getrost vorweg nehmen: yes he can!

Der Test:
Kaum ist das gute Stück im Testlabor, also in unserer Küche neben der Kaffeemaschine (weil da die Wand abwaschbar ist, man weiß ja nie!) aufgestellt, versuche ich augenintegral die Unterschiede zu der “Standartvariante” auszumachen. Na ja, der Jog Dial sieht schon mal anders aus. Beim genaueren Hinschauen fällt auch auf, dass die Mixbehälteraufnahme eine etwas andere Optik hat. Eine Gummilippe ermöglicht das Aufstellen eines Tablets. Erst mit dieser Erkenntnis erschließt sich für mich auch der USB-Anschluss auf der Rückseite des Geräts. Der Mixer wird so zu einem (der wohl teuersten) Tablethalter. Na ja, wenn das alles ist?

Ich vertiefe mich in das Studium der Bedienungsanleitung und muss meine erste Skepsis korrigieren. Der Unterschied zum kleinen (und auch deutlich günstigeren) Bruder dem “puro” ist doch erheblich: 8 Programme ermöglichen eine bequeme Zubereitung zum Beispiel von Frucht- oder grünen Smoothies, warmen Suppen in Rohkostqualität, Saucen, Sojamilch, Getreidemehl, Eis, Frozen Yoghurt und und und… . Die Möglichkeit der manuellen, variablen Steuerung eröffnet zusammen mit der Pulse Taste, mit deren Hilfe die 32.000 Umdrehungen im 2 Liter Nassbehälter entfesselt werden, schier unbegrenzte Variationsmöglichkeiten. Der Motor mit seinen 168 Watt und 2 PS scheint identisch mit dem des kleineren Bruders. Allerdings ermöglicht die Elektronik beim “S” eine um die Hälfte reduzierte Anlaufdrehzahl von 1500 U/min, was sich insbesondere bei der Zubereitung von Nuss- oder Mazipanmassen besonders anbietet.

Und noch mehr Überraschungen hat das Gerät für mich parat. Eine Aufsatzerkennung passt die maximale Drehzahl automatisch an den verwendeten Mixbehälter an. Diese beträgt bei dem 2 Liter Premiumbehälter aus BPA-freien Titan Kunstoff stattliche 32.000 Umdrehungen in nur einer Minute. Bei der Verwendung des praktischen Tri-Set Behälters, der mit 500 ml Volumen und einem Trinkverschluss zur Verwendung als Sport- oder Outdoorgefäß konzipiert ist, begrenzt die Elektronik die Höchstdrehzahl automatisch auf 14.000 U/Minute.

 

Auch im Karton der S-Variante finde ich den bekannten Stampfer, der eher an ein Pflanzholz als an ein Küchengeräteutensil erinnert. Aber was soll das? Da gehören Batterien rein? Hä? Hat das Gerät neben einen USB-Anschluß am Motorblock auch noch eine Uhr im Stampfer? Ich bin verwirrt und auch ein wenig belustigt.Hier bewahrheitet sich allerdings wieder die Binsenweisheit: wer lesen kann ist klar im Vorteil! Die Bedienungsanleitung macht mir Licht ans Fahrrad und so lerne ich, dass es sich um den Stampfer T42RL handelt, der mit einem Thermometer und einer 360° LED-Anzeige ausgestattet ist. Diese Kombination aus Stampfer und Thermometer ermöglicht es, zu jeder Zeit über die Temperatur im Behälter die Kontrolle zu haben. Dies macht wiederum durchaus Sinn, da sich der puro s durch seine unbändige Power zur Zubereitung von Suppen und Smoothy’s in Rohkostqualität besonders empfiehlt. Wird im Inneren des Mixbehälters eine Temperatur von über 42°C erreicht, warnt die 360° LED Anzeige durch einen roten Lichtring im oberen Teil des Stampfers.

 

Wow, ich glaube da geht was! In den kommenden Tagen und Wochen mixe ich mal wieder, was das Zeug hält. Eine Fleischereifachkraft würde sicherlich sagen, der verwurstet alles! Aber genau so ist es! Ich befinde mich quasi im Mix-Rausch. Von der selbsthergestellten Erdnussbutter bis hin zum Frankfurter-Grie-Soß-Frozen-(Soja)Yoghurt, der zu den obligatorischen sieben Kräutern noch mit einem Avocadokern angereichert wird, den der puro s mühelos zu schreddern vermag, gleich zum SuperFood gepimpt wird, ist alles dabei. In meinem Miraculix-Test-Kessel bleibt nichts ungemixt. Sehr zur Belustigung meiner besseren besten Hälfte experimentiere ich zur Zeit an einer Barthaar-Kur auf Acocadokern-Kokosölbasis. Ich bin im wahrsten Sinne des Mixers fette Beute.

 

 

Fazit:
Braucht Frau/Mann die zusätzlichen Funktionen der S Variante? Nicht umbedingt! Aber, Gegenfrage: Braucht Frau/Mann elektrische Fensterheber im Auto, um von A nach B zu kommen? Nein! Dennoch würde ich, wenn ich die Wahl hätte, immer die Variante mit dem technischen Gimmick wählen. Der puro s ist die erste Wahl für alle, die einen Mixer der Spitzenklasse mit allerlei technischem Beiwerk ihr Eigen nennen wollen. Nichts davon braucht man zwangsläufig, aber auf alles wird man, hat man sich erst einmal daran gewöhnt, nicht verzichten wollen. Die Entscheidung puro oder puro s hängt letztendlich davon ab ob, man den 911 Carrera oder oder den 911 GT3 RS in der Garage/Küche stehen haben möchte. Meine Entscheidung steht felsenfest. Wenn schon, denn schon! Übrigens, die Silikondichtung an der Deckeleinheit des Nassbehälters hält super dicht was zu einer nur sehr geringen Sauerstoffzufuhr während des Mixprozesses führt und somit die Oxidation der Nahrungsmittel auf ein Minimum beschränkt. Viel wichtiger aber ist: die Küchenwand hinter dem Mixboliden muss nicht abwaschbar sein

Text und Bilder: Alexander Rohleder

 

 

 

 

 

 

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Überblick der Rezensionen
Funktionsumfang
10
Motorleistung
10
Preis-Leistungsverhältnis
8
Zubereitungsmöglichkeiten
10
Technische Features
10
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