Deutsche Fahrradindustrie mit Saisonverlauf sehr zufrieden 

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EUROBIKE - Branchengespräch (vl). Bernd-Uwe Gutknecht, ARD-Sportreporter/ Siegfried Neubürger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) Simon Schmitz, Vice Pesident eMobility Camp; Innovations, Geschäftsbereichsleiter StreetScooter Cargo Pedelec, Deutsche Post GmbH Wolfgang Hohmann, geschäftsführer Wolfi´s Bike Shop, Dubai. Stefan Reisinger, Bereichsleiter OutDoor/Eurobike, Messe Friedrichshaen GmbH. Bild: Messe Friedrichshafen

Im 1. Quartal trübte nur der kühle März die Kaufstimmung der Konsumenten. 

Im 2. Quartal waren die durchweg hervorragenden Witterungsverhältnisse Garant für beständig gute Absatzzahlen, so dass die Akteure der Branche sehr zufrieden mit den Abverkäufen zum Saisonstart waren. Dies lässt zuversichtlich auf ein erfolgreiches Fahrradjahr 2018 blicken. Wie sich die Saison in der zweiten Hälfte entwickeln wird, ist allerdings zu diesem Zeitpunkt des Jahres noch nicht abzusehen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sich die Modellgruppe E- Bike auch in diesem Jahr wieder überdurchschnittlich entwickeln wird und die Dynamik aus den letzten Jahren Bestand hat. Der ZIV geht von 800.000 – 900.000 verkauften Einheiten bis zum Jahresende aus. 

Trends 
Dass dieser Trend sich fortsetzt liegt nicht zuletzt an der fortschreitenden Elektrifizierung aller Modellgruppen, attraktiven Produkten hinsichtlich Design oder auch der Weiterentwicklungen bei der Motoren- und Akkutechnologie (Stichwort: Integration). Auch sorgen innovative Geschäftsmodelle wie z.B. Leasing oder im Logistikbereich für die rasant steigende Popularität des E-Bikes. 

Aber nicht nur das E-Bike ist verantwortlich für die gute Stimmung in der Branche. Vielzählige tech- nologische Innovationen sorgen für eine hohe Nachfrage nach Produkten der deutschen Fahrrad- industrie. Die digitale Vernetzung von Komponenten und Zubehör machen das Fahrrad und E-Bike zum Mobilitätschampion (z.B. Navigation, Diebstahlschutz) bzw. zum High-Tech Sportgerät durch Leistungsdiagnostik oder Steuerung. 

Scheibenbremsen, ABS, Riemenantrieb und Zentralgetriebe sind längst integrierte Features, die das Produkt Fahrrad immer komfortabler und sicherer machen. Leichtere, innovative Werkstoffe oder neue Lösungen im Bereich Beleuchtungstechnik sind Attribute, die Fahrrad und E-Bike für den Verbraucher immer attraktiver werden lassen. 

Politik 
Die deutsche Fahrradindustrie sieht sich also gut aufgestellt für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Durch die neue Freude am Radfahren der Deutschen sieht sich die Branche bestätigt. Nun ist es aber insbesondere an der Politik, dieser Lust am Fahrrad Rechnung zu tragen und den Rad- verkehr weiter massiv zu fördern. Zwar stehen diesem auf Bundesebene eine auf 200 Millionen Euro gestiegene Fördersumme zur Verfügung, dennoch ist dies, verglichen mit anderen Verkehrs- trägern, immer noch relativ gering, wenn auch ein Schritt in die richtige Richtung. 

Am dringendsten werden Investitionen in die Radinfrastruktur benötigt. Diese ist notwendig, um die Rahmenbedingungen für einen sicheren und komfortablen Radverkehr der Zukunft zu schaffen. Darüber hinaus muss gewährleistet werden, dass sichere Fahrrad-Abstellanlagen in den Städten und an allen Bahnhöfen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Neben der Infrastruktur muss aber auch in die Kommunikation investiert werden, um die Menschen gezielt auf die Vorteile eines hohen Radverkehrsanteils aufmerksam zu machen. Nur so lassen sich die Fahrradnutzung in Deutschland steigern und noch mehr Bürger zum Radfahren animieren. 

Nicht zuletzt gilt es auch, die Politik auf die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrrads aufmerksam zu machen. Die gesamte Fahrradwirtschaft inklusive Tourismus steht für ca. 230.000 Arbeitsplätze. 50.000 Arbeitsplätze werden der Fahrzeug-, Komponenten- und Teileproduktion sowie dem Handel zugerechnet. Dabei werden jährliche Umsätze in Höhe von rund 16 Milliarden Euro generiert. Gerade beim Thema Freizeit liegen noch große Entwicklungspotentiale. Manche Regionen profitie- ren bereits heute fast ausschließlich vom Fahrradtourismus, Tendenz steigend. In den Städten gilt es, den Wünschen der Bürger nach lebenswerten, sauberen Städten mit geringer Lärm- und Schadstoffbelastung gerecht zu werden. 

Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands: „Wir blicken sehr zuver- sichtlich auf die Fahrradsaison 2018. Sollten sich die guten Witterungsbedingungen auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, gehen wir von einem weiteren Wachstum der Branche in diesem Jahr aus.“ 

Mehr über Zweirad-Industrie-Verband e.V.


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