Der Laufschuh-Inspektor: Puma Speed Ignite Netfit

0
1408
Bilder: Sebastian Wagner

Netfit und evo-knit, machen das den Speed Ignite Netfit zum schnellsten Puma-Schuh?

Puma beschreibt den Schuh als ihren bisher schnellsten Laufschuh, noch mehr Tempo und noch mehr Komfort. Wir haben Beides ausgiebig getestet. Das Erste, das beim Auspacken des Schuhs auffällt, ist die spannende Kombination des Obermaterials. Zuunterst befindet sich das sockenähnliche evo-knit , das sich angenehm an den Fuß schmiegt. Allerdings hat auch dieses Obermaterial seine Grenzen bezüglich sehr breiten oder sehr schmalen Füßen, da hilft einfach nur ausprobieren. Denn das evo-knit sollte optimal am Fuß sitzen. Netfit

Die neue Kreativität beim Schnüren

Über dem evo-knit sitzt der sogenannte Netfit Käfig, eine neue Puma Technologie, die eine individuellere Schnürung und damit Anpassung an den Fuß gewährleisten soll. Dieser Käfig ist wie ein Fischernetz aufgebaut und ermöglicht so viele Optionen, wo der Schnürsenkel entlangführen kann. An der Innenseite des Schuhkartons gibt es fünf Vorschläge von Schnürvarianten von Puma (Standard, schmale Füße, Usability, breite Füße, Fersen). Zusätzlich gibt es noch ein zusätzliches Paar Schnürsenkel, die etwas länger sind. Ich persönlich habe etwas herumexperimentiert und eine eigene Schnürung kreiert. Allerdings bestimmt hauptsächlich das evo-knit die Passform. Die Schnürung im Netfit Käfig ist also mehr zum Optimieren und Experimentieren und man darf die eigene Kreativität ausleben. Das macht den Puma Speed Ignite Netfit auch zu einem Lifestyle Kandidaten. Trotzdem ist Puma damit eine Möglichkeit gelungen, den Schuh über die Schnürung besser an den Fuß anzupassen als wir es von den klassischen Schnürtechnologien kennen.
Dämpfung versus Vortrieb?

Weiter geht’s mit der Dämpfung hier wurde das Top Dämpfungsmaterial von Puma, das Ignite Foam verbaut. Die Dämpfung ist sehr angenehm, verzeiht viel, nimmt aber auch etwas das Gefühl für den Boden weg. Ein weiteres Feature von Puma ist die so genannte Propulsion Zone im Vorfußbereich der Außensohle, mit dem Propulsion Band. Übersetzt also ein „Vortriebs“ Band, das für einen kraftvolleren Abstoß sorgen soll. Ob das tatsächlich funktioniert, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich konnte keinen zusätzlichen Vortrieb beim Laufen feststellen. Ansonsten bietet die Außensohle auf verschiedensten Untergründen, von Asphalt, über Feld- bis zu Waldwegen gute Traktion.

Flexibilität, Natürlichkeit und Einsatzspektrum

Der Schuh hat eine Sprengung von 6 mm, was zu einem relativ natürlichen Stand führt, aber nicht zu minimal ist, dass Läufer, die nicht so beweglich sind, Probleme bekommen würden. Der Schuh ist mit 296 Gramm bei Größe  EU 43 relativ schwer für einen Schuh, der mit dem Titel „bisher schnellster Laufschuh“ von Puma wirbt. Das Gewicht merkt man beim Laufen aber kaum. Das Schöne ist, dass die Sohle im Gesamten sehr flexibel ist und damit einen natürlichen Bewegungsablauf vom Fußaufsatz bis zum Abdruck bietet.

Das Laufgefühl auf Asphalt war sehr angenehm, locker und leicht. Gerade im Grundlagenbereich bis zum zügigen Dauerlauf von 30 Minuten bis 2 Stunden oder länger zeigt der Schuh seine Stärken. Bei schnellerem Tempo reagiert der Schuh zu träge und die Kraftübertragung verpufft etwas durch die angenehme Dämpfung. Um es am Ende auf den Punkt zu bringen: Komfort hat der Schuh definitiv, beim Tempo überzeugt er nicht so ganz.

Kurz und bündig:
Schuhtyp: Allrounder
Läufertyp: Hobbyläufer bis zum ambitionierten Marathoni, die einen Schuh für lockere und längere Dauerläufe mit Komfort suchen.
Fußtyp: neutral

Herstellerangaben:
Schuhkategorie: Neutral
Gewicht: 296 g (Gr. 43 EU)
Sprengung: 6 mm
Support Level: Neutral

 

Text und Bilder: Sebastian Wagner

Mehr über Puma AG Rudolf Dassler Sport


Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

acht + siebzehn =