Nördlich des Polarkreises – mit Alphorn auf dem Halti

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Eine Gruppe von sieben Journalisten, Fotografen und Reiseveranstaltern aus fünf Nationen wanderte auf Finnlands klassischer Kalotte-Route mit dem Alphorn bis zum Halti, dem höchsten Gipfel des Landes.

Das Team trug jeweils ein Teil von einem siebenteiligen Alphorn in ihren Rucksäcken und schickte einen musikalischen Jubiläumsgruß über die Hügel des finnischen Lapplands. Ein Gruß als Ausdruck von Freude an Bergen, Freundschaft und der Idee, daß Bergkulturen keine Grenzen kennen. Zu diesem Zweck schien das Alphorn ein geeignetes Instrument zu sein. Ein Kommunikationsmittel das seit Jahrhunderten Menschen verbindet. Das „Handy“ der Hirten.

Die aus Deutschland, Österreich, Schweden, Island und den USA stammende Gruppe traf sich zuerst in Helsinki, um die Hauptstadt des Landes zu erkunden. Danach gibt es einen Zwischenstopp in Rovaniemi. Mit E-Fatbikes touren sie durch die umliegenden Wälder und erhalten eine sehr emotionale Privataudienz beim Weihnachtsmann. Erst Sonntagabend erreichen sie spät abends Kilpisjärvi, von wo aus sie am nächsten Morgen die 5-tägige Wanderung durch die Wildnis starten.

Der historische North Calotte Trail führte die Wanderer durch wilde Wälder, vorbei an tiefen Seen und überraschte mit massiven Landschaften in allen Farben und Formen, die im Laufe der Woche immer herbstlicher wurden. Die Ursprünglichkeit und der Weitblick bis in 40km Entfernung begeisterte die Gruppe von Anfang an. Ab und an auch Rentiere, deren Bekanntschaft sie schon auf der Strasse von Romaniemi nach Kilpisjärvi gemacht hatten. Gemächlich standen die Tiere dort mitten auf der Strasse, so dass man im Bogen um sie herumfahren musste. Auf dem Trail fanden sie ca. alle 10 bis 12km einfache, aber sehr gemütliche Selbstversorger Wanderhütten in denen lustige, gesellige Stunden am Kaminfeuer verbracht wurden.

Nahrungsmittel für fünf Tage mussten mitgebracht werden. Das kalte frische Wasser war ein Heilsbringer während der Tour. Blau- und Krähenbeeren – das Superfood aus der Natur – gab Energie und versüßte den Teilnehmern die Wanderung. Es wurde auch gemeinsam geangelt… – eine neue Erfahrung für einige.

 

Die Gruppe erreichte am Mittwoch, den 30. August nach einer sonnigen Etappe den Gipfel zur Mittagszeit. Nach zweieinhalb Tagen und 53 km Wanderung durch den Nationalpark verbrachten sie mehr als eine Stunde auf dem windigen Gipfel und feierten gemeinsam mit anderen finnischen Wanderern bis ein kurzer Regenschauer einsetzte. Schnell lernten sie die ruhige, höfliche und hilfsbereite Art der Finnen sehr zu schätzen.

Das 7-teilige Alphorn wurde zusammengesteckt und jeder blies seinen persönlichen Gruß in die unendliche Weite. Eine respektvolle Geste zum 100-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit Finnlands. Der Rückweg auf auf der selben Route bot sonnige Tage, gemütliche, kurzweilige Abende an denen die Sonne immer noch bis spät in die Nacht hinein schien. Es wurde gekocht, geangelt, gelacht und gesungen. Erlebnisse von speziellen Momenten der Wanderung ließ man Revue passieren.

Zurück in Kilpisjärvi gab es nach einer letzten langen Etappe ein herzliches Willkommen.
Auch nach fünf anstrengenden Tagen über Stock und Stein und endlos erscheinenden Matsch-Passagen war man sich einig, dass die Wolkenstimmung und vor allem das Licht eine besondere Magie über die Landschaft legte, so daß der Abschied insgesamt ein bisschen schwer fiel. Das nun zusammengewachsene harmonische Team erwartete eine heisse Sauna, Live-Musik, Gastfreundschaft und zum krönenden Abschluss noch Nordlichter. Sie trennten sich nach einem Reisetag in Helsinki und fuhren mit unvergesslichen Erinnerungen von dort aus in verschiedene Richtungen nach Hause. Nicht jedoch ohne vorher Pläne für eine nächste Reise zu schmieden. Vier weitere skandinavische Gipfeltreffen stehen noch aus. Man darf also gespannt sein wie es weiter geht.

Text: Andrea Hitzemann, Bilder: Andrea Hitzemann, Maren Krings

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