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16.04.2012 12:00:00

Der soq.de - Experten Tipp: Betriebskosten beim Online-Shop – die Software entscheidet mit

Maximilian Heinrich

Wer sich entscheidet, sein Warenangebot über einen Online-Shop zu vertreiben, steht zunächst vor der schwierigen Wahl der für sein Geschäftsmodell bestmöglich passenden Shop-Lösung. Neben der Funktionalität spielen die Kosten für Setup und Betrieb eine zentrale Rolle. Vieles hängt dabei von der grundsätzlichen Entscheidung für eine der drei Optionen ab: nutzen einer Open-Source-Lösung, mieten oder kaufen. Häufig kalkulieren Shopbetreiber allerdings lediglich Kauf oder Miete (Lizenzen) eines Systems. Die Konfiguration und Einrichtung sowie die laufenden Betriebskosten und mögliche Kosten einer Erweiterung des Shops bei Wachstum werden vernachlässigt, obwohl dies zentrale Aspekte für die Wirtschaftlichkeit eines E-Commerce-Projektes sind.

Einmalige, wiederkehrende und wachstumsbedingte Kosten

Im ersten Schritt sollte mit dem Anbieter genau geklärt werden, was bereits alles mit einmaligen oder wiederkehrenden Kosten in Kauf- oder Mietpreis (Lizenzgebühren) der Shop-Lösung enthalten ist. Welche Systemkomponenten oder Schnittstellen (z.B. zu ERP-Systemen, Payment-Dienstleistern, Marktplätzen…) bringt das Shop-System bereits mit? Welche  Erweiterungsmöglichkeiten lassen sich programmieren und mit welchem Aufwand? Ferner sollte die Skalierbarkeit – also die Performance und Komplexität der Shop-Lösung im Verhältnis zum Ressourcenbedarf bei wachsenden Besucher- und Artikelzahlen – von Beginn an unter die Lupe genommen werden. Hier ist vor allem die Kapazität gleichzeitiger Transaktionen oder die Lastverteilung auf mehrere Server zu klären, um später entstehende Folgekosten richtig einschätzen zu können. So lässt sich unerfreulichen und vor allem kostspieligen Systemwechseln vorbeugen.

Setup eines Online-Shops: Software nur ein Teil der Kosten

Zum Setup eines Shops gehören die Lizenzen (bei Miet- oder Kauflösungen), das Frontend-Design, die Template-Umsetzung, die Integration zusätzlicher Module und Schnittstellen z.B. für Drittanwendungen (wie ERP- und Warenwirtschaftssysteme), Payment-Systeme oder Logistik-Services sowie die Backend-Konfiguration und Installation. Obwohl bei Open-Source-Lösungen zunächst keine Kosten für die Software entstehen, wird der Aufwand für die Anpassung an das eigene Geschäftsmodell oft unterschätzt. Je nach Komplexität und Individualisierung des Shops sind hier umfangreiche Schnittstellenanpassungen und Integrationen notwendig. Darüber hinaus sind bei den Startkosten auch Honorare für Rechtsberatung, Nutzungsrechte oder Produktionskosten für hochwertige Produkt-Fotos sowie Aufwendungen für professionelle Texte zu budgetieren.

Wiederkehrende Kosten: Leistungsstarkes Backend erhöht Effizienz

Wiederkehrende Kosten entstehen durch Lizenzgebühren (bei Mietlösungen), alle mit der Zahlungsabwicklung verbundenen Kosten sowie im Bereich „Wartung“, worunter Software-Updates und Supportleistungen zu zählen sind. Ein weiterer Aspekt sind die Domain- und Serverkosten, wobei letztere durch ein Shopsystem mit effektivem Leistungsprofil für eine schnelle und betriebskostenschonende Seitenauslieferung minimiert werden können. Letztlich nicht zu unterschätzen sind die täglichen (internen) Kosten für die Zeit der Artikelpflege, Bestellabwicklung und Administration. Hierbei kommt es entscheidend auf die Leistungsfähigkeit des Shop-Systems an. Je individueller beispielsweise das Backend auf die Bedürfnisse und Arbeitsweise der Redakteure zugeschnitten werden kann, desto direkter, schneller und damit effizienter lassen sich Artikel pflegen und organisieren.

Wenn die Geschäfte laufen und der Shop erweitert wird

Für Betreiber schnell wachsender E-Commerce-Präsenzen oder stark frequentierter Online-Shops stellen die Erweiterbarkeit mit neuen Funktionen, die Skalierbarkeit von Shop-Systemen und ihre Anbindung an Drittsysteme oftmals kostspielige Hürden, wenn nicht sogar Grenzen dar. Deshalb gilt es schon beim Anschaffen der Shop-Lösung genau zu prüfen, wie flexibel das System hinsichtlich seines Ausbaus ist. Achten Sie darauf, ob Mehrsprachigkeit und Mandantenfähigkeit, eine leistungsstarke Artikelverwaltung, Anbindung an unterschiedliche Warenwirtschaftssysteme, vielseitige Produktpräsentation mit Multimedia-Elementen, Vertriebs- und Kundenbindungsinstrumente wie Newsletter-System, RSS-Feeds, Coupons, Gutscheine oder Rabattsystem, eine individuell gestaltbare Bestellstrecke sowie insbesondere die Offenheit bezüglich immer neuer Community-Funktionalitäten und Zahlungssysteme entweder bereits vorhanden oder einfach integrierbar sind. Außerdem gibt es gerade im Enterprise-Bereich große Unterschiede hinsichtlich des Funktionsumfangs des Kernsystems. Funktionen, die bei einem Shop-System einzeln hinzugekauft werden müssen, sind bei anderen bereits im Standardumfang inbegriffen.
 
 
Zum Autor:
Maximilian Heinrich ist Vorstand der ESONO AG, einem Entwickler und Technik-Dienstleister für E-Commerce-Lösungen im Enterprise-Bereich.

www.esono.de

 

 
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