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Die Gründung der Firma Petzl entsprang dem Wunsch, den "Menschen zu helfen, zum Unerreichbaren aufzusteigen". Von Anfang an beschäftigt dieser Gedanke den Speläologen und Gründer des Unternehmens Fernand Petzl, der nach Lösungen suchte, um die Probleme der Fortbewegung zu bewältigen. Seit dreißig Jahren entwickelt, konzipiert und vertreibt Petzl Lösungen, um den Menschen dabei zu unterstützen, sich mit einem Maximum an Effizienz, Bewegungsfreiheit und Sicherheit in vertikales und/oder dunkles Gelände zu begeben und sich fortzubewegen.
Am Anfang stand die Speläologie...
Der geniale Erfinder und passionierte Höhlenforscher Fernand Petzl hat sein Leben damit zugebracht, neue Techniken der vertikalen Fortbewegung auszuprobieren, um den Sport zu vereinfachen. Fernand entwickelt völlig neue Techniken des Aufstiegs am Seil für die Speläologie. Im Jahr 1943 wurde die Leiter erstmals durch ein Nylonseil verdrängt, die ersten Seilklemmen und Abseilgeräte kamen im Jahr 1968 zum Einsatz. Sein Sohn Paul Petzl weitete die Anwendung dieser Produkte Anfang der 80er Jahre auf die vertikalen Aktivitäten aus. Sie werden zuerst in den Bergen zum Klettern und Bergsteigen und später auch für die Höhenarbeit und Rettung in schwer zugänglichen Bereichen eingesetzt.
Die Geschichte eines Familienunternehmens
Paul Petzl wird am 5. April 1950 in Saint-Ismier (Isère), am Fuße des Dent de Crolles, im Massiv der Chartreuse geboren. Er ist der Enkel einer Französin und eines Ingenieurs, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Deutschland einwanderte, um sich in Frankreich niederzulassen. Dieser Großvater übt mehrere kaufmännische und handwerkliche Tätigkeiten aus. Fernand, der Vater von Paul, wird 1913 geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren arbeitet er als Möbeltischler. Als Erwachsener macht Fernand in Saint-Nazaire Les Eymes (Isère) für die Gießerei Kroning eine eigene Modellschreinerei und mechanische Werkstatt auf. Fernand Petzl hat eine wahre Passion: die Speläologie. 1933 nimmt er gemeinsam mit Pierre Chevalier an der Erforschung des 17 Kilometer langen Schachtsystems der Dent de Crolles teil. Ab 1952 ist er der Chef der Expedition im Gouffre Berger. 1956 wird erstmals die Tausend-Meter-Marke erreicht, was dem damaligen Weltrekord entspricht. Bereits 1933 beginnt Fernand mit der Herstellung von Werkzeugen wie feste Leitern für sich und seine Kameraden. Ab 1942 testet er die ersten Nylonseile und beginnt mit der Herstellung von flexiblen Leitern. In den Jahren 1968-1970 werden die Leitern abgeschafft und die Grundtechniken des Aufstiegs am Seil setzen sich durch. Nach seiner Begegnung mit Bruno Dressler befasst sich Fernand mit der Herstellung von Umlenkrollen, Seilklemmen und Abseilgeräten für die Speläologie. Auch Paul liebt die Speläologie und ihm ist klar, wie wichtig die Weiterentwicklung der Aufstiegstechniken ist. Nach dem Abitur und dem Maschinenbaustudium in Grenoble arbeitet er zusammen mit seinem Bruder Pierre im Handwerksbetrieb seines Vaters. Er sprüht vor Ideen und entwickelt neue Seilklemmen sowie die erste Stirnlampe im Jahr 1973. Verkauft werden die Produkte per Versand und auf Höhlenforscherkongressen. 1973 tritt Pauls Ehefrau, Catherine Petzl, als Betriebswirtin in das Team ein.1975 wird mit der Gründung der ersten SARL Petzl und dem Bau des ersten Gebäudes in Crolles ein neues Kapitel in der Firmengeschichte geschrieben. Das Unternehmen hat sieben Vollzeitbeschäftigte und erzielt einen Umsatz von 500 000 Francs. Der Vertrieb wird strukturiert, der Direktverkauf wird eingestellt und erfolgt im Ausland über ein Netzwerk von Fachhändlern und Vertriebspartnern.
Neben Speläologen beginnen sich auch andere Sportler für die von der Firma PETZL angebotene Ausrüstung zu interessieren: Bergsteiger kaufen Produkte wie Shunt, Ascension und speziell für sie entwickelte Stirnlampen. Petzl entwickelt Bindungen für Tourenskier und stellt diese von 1973 bis 1990 her. In den 80er Jahren breitet sich der Klettersport explosionsartig aus. Für diese neuen Märkte entwickelt Petzl Klettergurte und konzipiert die Maschinen für ihre Herstellung. In den 90er Jahren gründen zahlreiche Bergsteiger und Speläologen Unternehmen, die Arbeiten an in der Höhe gelegenen Arbeitsplätzen anbieten. Dies ist eine neue Herausforderung für Petzl. Der Bereich der Höhenarbeit gewinnt an Bedeutung, zumal das Thema Sicherheit durch die Einführung der europäischen Normen in zahlreichen Berufen immer stärkere Beachtung findet. Im Jahr 2000 übernimmt die Petzl Gruppe die Firma Charlet Moser, einem Hersteller von Steigeisen und Eispickel.
Ein anderes wichtiges Ereignis in diesem Jahr ist die Entwicklung der ersten LED-Stirnlampe: Die TIKKA. Im Jahr 2006 wird die Petzl-Stiftung gegründet. Sie unterstützt Projekte in den Bereichen Sport, Höhenarbeit und Rettung mit den Schwerpunkten Ausbildung und Prävention, Umwelt und Forschung. Das Jahr 2008 ist von der Gründung des Petzl Instituts V.axess als Ort des Austauschs und der Experimente geprägt. Im Jahr 2009 steht Paul Petzl an der Spitze eines Unternehmens mit einem Umsatz von 77 Millionen Euro und 450 Mitarbeitern, das über ein Netzwerk von Vertriebspartnern in vierzig Ländern präsent ist. Paul Petzl lebt heute mit seiner Familie am Fuße der Chartreuse. Er hat zwei Söhne: Sébastien und Olivier, letzterer arbeitet bei Petzl.
"Um dieses Unternehmen zu leiten, halte ich an einigen wesentlichen Werten fest:
- sich ständig verbessern, damit der Erfolg dem Unternehmen seine Unabhängigkeit und Weiterentwicklung sichert
- sich stets offen und aufmerksam gegenüber den Bedürfnissen und Berufen zeigen, um ihnen bestmöglich zu dienen und technisch immer einen Schritt voraus zu sein
- die überschaubare Größe eines Familienbetriebs, der seine Kunden und Mitarbeiter respektiert, wahren" so Paul Petzls Prinzipien.
Das Petzl-Team
Zum Petzl-Team gehören Kletterer, Bergsteiger, Trailrunner und Abenteurer mit bemerkenswerten Talenten, die sowohl in ihrem Sport als auch in ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck kommen. Sie gelten als Botschafter der Marke, die sie in ihren Projekten unterstützt.
V.axess:Das Petzl Institut
Das Petzl Institut wurde im Juli 2008 als Ort des Austauschs und der Experimente im Bereich der vertikalen Aktivitäten konzipiert. Seine Ambition ist, Erfahrungen und Kompetenzen zu bündeln, um künftige Techniken zu erwägen, zu entwickeln und weiterzugeben. Die nach modularen Konzepten aufgebaute Einrichtung ermöglicht die Analyse der in der Praxis beobachteten Phänomene sowie die Simulation von Verhaltensweisen und Einsatzbedingungen. Seine besonderen Eigenschaften machen das V.axess zu einem Laboratorium, einem Forum des Austauschs und einer weltweit einzigartigen Schulungseinrichtung für vertikale Aktivitäten.
Die Petzl Stiftung
Die Petzl-Stiftung wurde im Jahr 2006 auf Initiative von Paul Petzl dem Ziel gegründet, dem Milieu zu dienen, dem das Unternehmen seine Existenz und seine Weiterentwicklung verdankt. Es ist die Aufgabe der Petzl-Stiftung, in Frankreich und im Ausland Aktionen durchzuführen, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Ihre Maßnahmen sind schwerpunktmäßig auf die drei Bereiche Sicherheit, Umwelterhaltung und Unterstützung der Grundlagenforschung ausgerichtet. Im Bereich Sicherheit bietet die Stiftung entsprechend den speziellen Bedürfnissen jedes Landes auf die persönliche Sicherheit ausgerichtete Ausbildungsprogramme sowie Lehrmittel und Trainingsausrüstungen in Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinigungen oder nichtstaatlichen Organisationen an. Zur Umwelterhaltung unterstützt die Petzl Stiftung wissenschaftliche Expeditionen, mehrere Projekte zur Erhaltung von Greifvögeln in Europa und hat dabei mitgewirkt, den Zugang zu Klettergebieten zu schützen. Projekte der Grundlagenforschung werden insbesondere unterstützt, die einen direkten Bezug zu den Kerngeschäften von Petzl haben. Zur Zeit arbeitet sie an einem Projekt mit dem Labor für Gletscherkunde und Geophysik der Umwelt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Wissenschaftlern und Wintersportlern bessere Kenntnisse über die Entstehung und das Verhalten von vergänglichen Eisstrukturen zu vermitteln.
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