Silent Oceans
Die größten Verursacher von Unterwasserlärm sind militärische Sonare, die seismische Öl-Exploration (mit sog. Airguns) und der ständig zunehmende Frachtverkehr. Die Auswirkungen des Unterwasserlärms sind dramatisch und betreffen besonders Wale und Delfine, die primär über Geräusche kommunizieren. Aber auch ganze Fischbestände werden durch starken Lärm verdrängt, was das gesamte Ökosystem durcheinanderbringt. Starke Schallwellen können Wale und Delfine auch direkt töten, indem sie innere Verletzungen verursachen oder Strandungen auslösen. Auch Ende November kam es im Mittelmeer (Korfu) wieder zu einer Strandung gefährdeter Cuvier-Schnabelwale, die vermutlich auf Lärm zurückzuführen ist.
Harte Herausforderungen
In den ersten Wochen auf See musste Janice bereits zahlreiche Herausforderungen meistern. Gleich zu Beginn musste sie gegen starken Wind anrudern, der drohte, sie wieder an die Küste zu werfen. Durch den harten
Wellengang wurde sie auch für zwei Tage seekrank. Auch später gab es mehrmals Phasen mit bis zu 25 Knoten Wind und mehrere Meter hohen Wellen. Einige sehr heftige Gewitter entluden sich über dem kleinen Ruderboot auf dem Atlantik. Schräglagen des Bootes und Wassereintritte zerstörten einige (nicht essentielle) Geräte, ein komplettes Kentern konnte Janice bisher vermeiden. Gefahr droht auch vom Schiffsverkehr: Gleich zu Beginn musste sie die Schifffahrtspassage vor Gibraltar durchqueren. Ständig Frachter und Tanker anfunken zu müssen, ließ sie kaum schlafen. Die kritischste Situation ereignete sich in der verregneten Nacht auf den 13. Dezember. Janice geriet in ein Treibnetz und wurde beinahe von einem Fischtrawler gerammt, der vorschriftswidrig unbeleuchtet, nicht registriert und über Funk unerreichbar war. Weniger spektakulär, aber nicht weniger hart sind die dauerhaften Belastungen: ständige Durchnässung, oft auch in der Kabine, die körperlichen Anstrengungen, überall schmerzende Salzkristalle, blaue Flecken auf allen Körperteilen und nicht zuletzt die psychischen Herausforderungen wie Alleinsein, Reizarmut, Frustration und mitunter auch Angst.
Begegnungen mit Tieren
In Phasen ruhigerer See konnte Janice das Erlebnis vollkommener Stille machen, aber auch verschiedene Meeresbewohner beobachten, darunter Schwärme von Fischen und Quallen sowie mehrmals Gruppen von Delfinen, die
sich manchmal auch dem Boot näherten. Einmal weckte sie mit ihrem Ruder eine dösende Meeresschildkröte. Ein absolutes Highlight war eine halbstündige Darbietung eines springenden Buckelwals mitten auf dem Ozean! Immer wieder kommen Haie und reiben sich an ihrem Boot, darunter auch solche mit mehr als dreieinhalb Metern Länge. Kein Wunder, dass sie etwas nervös war, als sie ins Meer musste, um bremsenden Aufwuchs vom Bootsrumpf zu schrubben. Als sie dann von einem sehr großen Tier berührt wurde, rettete sie sich in Panik ins Boot. Es entpuppte sich dann aber als harmloser Wal.







