Einleitung:
Zugegeben: Es war die Farbe, die mich begeisterte. Frauen tragen pink, sicherlich nicht alle, doch zählt man zur Hello Kitty Fangemeinde, dann ist das Interesse an der pinkfarbenen Nomad Jacket von Saucony selbstverständlich riesig. Doch bei allen Vorlieben für die Farbe, die Funktion sollte man natürlich nicht aus den Augen lassen. Also zurück zur viel beschworenen Objektivität! Wie macht sich die Nomad Jacket im täglichen winterlichen Laufalltag?
Der Test:
Grundsätzlich sollte Frau die Nomad Jacket eine Nummer kleiner als die gewohnte Größe wählen, dann passt sie auch perfekt. Wie es sich für eine Laufjacke gehört, ist die Nomad Jacket körpernah geschnitten, ohne einzuengen. Es bleibt genügend Spielraum, um das Spiel der Schichten unter der Jacke zu zelebrieren, so dass auch im tiefsten Winter für die komplette Ausstattung genügend Platz bleibt. Die Armlänge ist ausreichend, die Schultern sitzen ebenfalls dort wo sie hingehören. So weit ist also alles im grünen Bereich. Was sich die Designer allerdings bei der Form des Kragens gedacht haben, ist ein großes Rätsel. Zieht man den Reißverschluss bis zum Ende des Kragens durch, verliert die Jacke den ersten positiven Eindruck einer guten Passform. Zu hoch, zu eng, zu blöd. Man kommt sich vor wie in einer Schraubzwinge, die sich langsam um den Hals schließt. Beim Laufen scheuert der Kragen am Hals, man fühlt sich eingeengt und wie abgeschnürt. Eine Konstruktion, die nicht nachzuvollziehen ist. Das Softshell-Material rund um den Oberkörper weist Kälte und Wind ab, ist allerdings auch ziemlich überladen. Für eine echte Laufjacke ist das Material einfach zu dick geraten. Damit erinnert die Jacke eher an eine klassische Softshell-Jacke als an ein Lauftextil. An den Armen wiederum kommt Drylete-Material zum Einsatz, das atmungsaktiv ist, dabei aber natürlich auch wenig Wetterschutz bietet. Also widmen wir uns zum guten Schluss wieder der Farbe: Die strahlt bei Tageslicht was das Zeug hält, in der Dunkelheit reflektiert sie allerdings auch nicht besser, als jede andere Laufjacke, die mit entsprechenden reflektierenden Eigenschaften ausgestattet ist.
Fazit:
Die Nomad Jacket ist ein echter Zwitter. Angesiedelt irgendwo zwischen klassischer Softshell und Laufjacke begeistert sie mit ihren entsprechenden Eigenschaften nicht grenzenlos. Für kalte und windige Wintertage schützt das Softshell-Material den Oberkörper, die Arme bleiben allerdings Kälte und Wind ausgesetzt, so dass hier die erste oder zweite Schicht isolieren muss. Die Passform ist okay, aber mit der Passform des Kragens schießt sich die Jacke fast schon von selbst ins aus. Überzeugend bleibt die Farbe, die für bunte Abwechslung im trüben Einerlei der Lauftextilien deutlich hervorsticht und die Herzen der überzeugten Pink Ladies im Sturm erobert.
Note: 3,0 |







