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30.11.2009 12:51:00

Im Härtetest: Icebreaker

: Icebreaker„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein“ wusste schon Albert Einstein. Merino Schafe sind im Vergleich zu ihren Artgenossen etwas Besonderes, schon alleine aufgrund der geografischen Lage. Reinrassige Merinos leben ausschließlich in Australien und Neuseeland, ihre Besonderheit ist ihr krauswolliges Fell. Das neuseeländische Klima ist wechselhaft und kann sehr rau sein.  Temperaturunterschiede von bis zu 50 Grad halten die Merino Schafe aufgrund ihres typischen Fells aus. Das neuseeländische Unternehmen Icebreaker produziert schon seit 1995 Textilien aus Merino Wolle. Dabei unterliegen Produktionsprinzipien und Firmenphilosophie einem Leitgedanken: „It´s about our relationship to nature and to each other.“ Man sollte immer vor Augen haben, dass Merino Wolle ein tierisches Produkt ist. Ein Problem dabei ist, dass Merino Schafe eigentlich nur einmal pro Jahr geschoren werden können und damit einer fairen und tierfreundlichen Produktion natürlichen Gesetzen unterliegen.  Icebreaker vertraut dabei auf die enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Schaffarmen und festen Vertragspartnern. In der Hoffnung und in dem Vertrauen, dass der Leitspruch mehr ist, als reines Marketing, haben wir eine Produktauswahl von Icebreaker gerne getestet.  Der Vorteil der Merino Wolle liegt auf der Hand: Sie ist geruchsneutral, atmungsaktiv, sehr strapazierfähig, hält warm und ist flexibel bei Temperaturschwankungen. Die Passform der Textilien ist eher als leger zu bezeichnen, die Sachen liegen nicht so eng an, wie man es zum Beispiel von Textilien aus Kunstfasern gewohnt ist.  Das ist in erster Linie gewöhnungsbedürftig, für den einen oder anderen sicherlich auch eine Geschmackssache. Mich persönlich hat es nicht gestört, denn die Vorteile in Sachen „Funktion“ haben überzeugt.  Übrigens sollte man sich vom ersten „Fühlen“ nicht täuschen lassen. Merino Wolle ist von Natur aus anders gestrickt wie Baumwolle, denn sie kratzt. Dieser „Kratzfaktor“ hängt erstens von der Dicke der Wolle ab und zweitens von der Weiterverarbeitung. Bei unseren getesteten Produkten wurde ein absolut angenehmes Tragegefühl direkt auf der Haut festgestellt. Der subjektive „Kratzfaktor“ ist als nicht vorhanden eingestuft. Unschlagbar ist Icebreaker in Sachen Wärme. Selbst bei tiefsten Temperaturen halten die Sachen den Körper absolut warm und bieten damit auch bei extremer Kälte verlässlichen Schutz. Bei sämtlichen Outdoor-Aktivitäten überzeugen die Textilien. Bei ausgedehnten Trekking- oder Bergtouren überzeugen die Sachen durch ihre hohe Qualität. Sehr angenehmer Nebeneffekt für alle, die mehrtägige Touren planen,  ist die Neutralität in Sachen Geruch.  Sie nehmen den Schweiß auf, aber riechen nicht danach. Einziger Nachteil der Merino Wolle ist dabei, dass sie im Gegensatz zur Kunstfaser wesentlich weniger atmungsaktiv ist. Damit sind die Sachen unserer Meinung nach weniger geeignet für klassische Ausdauersportarten wie Laufen oder Radsport. Bei allen Outdoor-Aktivitäten, ob Bergsport, Expeditionen, Wandern oder auch bei ausgedehnten Spaziergängen überzeugt Icebreaker mit seiner Kollektion, die übrigens in verschiedenen Dicken angeboten wird. Angenehmer Nebeneffekt: Man kann auf Feinwaschmittel im Schongang verzichten. Merino Wolle kann ganz normal in der Waschmaschine bei 40 Grad gewaschen werden.

Fazit:  Icebreaker beruft sich im Produktionsprozess der mittlerweile sehr begehrten Merino Wolle auf ökologische Grundwerte. Das macht das Unternehmen sympathisch und sollte auch beim Kaufverhalten überzeugen. Die Textilien sind sehr angenehm auf der Haut, sehr strapazierfähig und sorgen für eine angenehme Wärme. Sie sind sowohl für ausgedehnte Spaziergänge bei ungemütlichem Wetter, beim Après Ski als auch bei ausgedehnten Expeditionen und Bergtouren absolut zu empfehlen. Passform und Design sind immer eine Frage des Geschmacks, bei Icebreaker überzeugen die inneren Werte. Es ist wie bei den Schafen. Man muss eines sein, um zu verstehen, worauf es ankommt.


 

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