Einleitung:
Merida positioniert sich mit vier Modellen im Cyclocross-Segment. Die neusten Entwicklungen werden vor der Serienproduktion von den Teammitgliedern des Multivan Merida Teams im Trainings- und Renneinsatz getestet. Das erfolgreiche MTB-Team, das sich in den Herbst- und Wintermonaten auf Trainings- und Renneinsätzen mit den Cyclocross-Rädern fit hält, nimmt wesentlichen Einfluss auf die Entwicklungsabteilung. Das 4-D ist das Einstiegsmodell bei Merida in Sachen Cyclocross. Für Querfeldein-Renner ungewöhnlich: Es ist mit Scheibenbremsen ausgestattet. Wie überzeugend ist das Merida 4-D im Gelände und taugt es auch für Allrounder? Wir haben das Rad unter die Radsportlupe genommen.
Der Test:
Warum einige Hersteller helle Farben bei den Querfeldein-Rennern wählen, bleibt das Geheimnis der Designer und Konstrukteure. Wir vermuten einmal, dass sonst Matsch und Schlamm nicht gebührend zur Geltung kämen. So präsentiert sich auch das Merida 4-D in überwiegend weißer Farbe fast schon unschuldig. Doch mit dem ersten Einsatz ist diese Assoziation gleich einmal verflogen und der Cyclocross-Renner zeigt sich von seiner wahren Seite. Doch lassen wir dem ersten Eindruck den Vorzug: Der 55er Rahmen passt bei einer Körpergröße von 182 cm perfekt. Justieren lassen sich sowohl Sattel als auch Lenker vorzüglich simpel. Hier geraten selbst Cyclocross-Einsteiger an keine Grenzen und der Weg zum Radmechaniker bleibt erspart. Die Sitzposition ist sehr angenehm, fast schon komfortabel, ohne den sportlichen Charakter zu vernachlässigen. Genau so präsentiert sich das Rad auch beim Einsatz. Das Rad überzeugt durch ein sehr agiles Fahrverhalten und fordert den aktiven und sportlichen Fahrer, der mit dem Rad auf allen Untergründen richtig viel Spaß hat. Das Antrittsverhalten ist angenehm und sehr gut. Bei längeren und anspruchsvollen Abfahrten auf Schotter und Waldwegen zeigt sich das Rad sehr angenehm im Handling. Keine Vibrationen, das Rad hinterlässt en Detail einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck. Dazu gesellen sich auch die sehr gut verarbeiteten Schweißnähte. Das Bremsverhalten ist sehr gut. Auch Allrounder dürften sich mit den Scheibenbremsen in jeder Situation sicher und wohl fühlen. A propos Scheibenbremsen: Die sind bei echten Crossern nach wie vor ungewöhnlich und trotz des Aufhebens des Verbotes der UCI im letzten Jahr noch eher selten anzutreffen. Was für den sportlichen Allrounder absolut positiv zu bewerten ist, stößt bei den echten Querfeldein-Rennfahrern möglicherweise auf weniger Gegenliebe. In der Bremskraft sind die Scheibenbremsen schwerer dosierbar. Zudem erhöhen diese das Gewicht, doch mit 10,4 Kilogramm Gesamtgewicht kann man mit dem 4-D immer noch sehr gut leben. Den Allroundcharakter des Bikes unterstützen auch die Vorrichtungen für Schutzbleche. Insbesondere beim Einsatz im Regen könnten diese zumindest für eine weiße Weste sorgen. Wenn schon die Farbe des Rads nicht mehr zum Vorschein kommt, so vielleicht noch die Klamotte des Fahrers.
Fazit:
Das Merida 4-D hat in unserem Test überzeugt. Es ist für den sportlichen Renneinsatz ein treues Gefährt, für den Allrounder ein tolles Bike, das durch seine Qualität und die ausgezeichnete Verarbeitung überzeugt. Von einem Bike in der Einstiegsklasse kann man kaum mehr erwarten. Das Preis-Leistungsverhältnis ist top. Wir haben uns von dem Merida 4-D vollends überzeugen lassen: Cyclocross ist ein Thema nicht nur für Spezialisten, sondern eben auch für Zweiradfans, die ganzjährig sportlich unterwegs sein wollen und ein Bike suchen, mit dem sie auf Asphalt, Wald- und Schotterwegen unterwegs sein können. Angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses ist das Merida 4-D ein echt heißer Tipp.