Social Media dient als Überbegriff für Medien, in denen Internetnutzer Erfahrungen, Meinungen, Eindrücke oder Informationen austauschen und Wissen sammeln. Wenn die Nutzer das tun, entwickeln diese sogenannten User Generated Content (UGC). Das bedeutet, dass Information, die ein Unternehmen oder eine Organisation verbreitet, kommentiert und mit den individuellen Meinungen der Internetnutzer ausgestattet und über entsprechenden Netzwerke verbreitet werden. Zu diesen sozialen Medien zählen Foren, Weblogs und Micro-Blogs wie twitter, soziale Netzwerke wie zum Beispiel XING, facebook, LinkedIn, MySpace, StudiVZ, Google+ oder wer-kennt-wen, Social-Bookmark-Portale wie Mister Wong, oneview, delicious, Digg oder LinkARENA, Wikis wie Wikipedia, Auskunftsportale zum Beispiel wer-weiss-was oder gutefrage.net, Photo-, Musik-, Video- oder Document-Sharing-Portale wie Picasa, flickr, YouTube, sevenload, slideshare, MyVideo, Scribd oder last.fm sowie QYPE, Idealo, oder ciao! als Bewertungsportale.
2.) Wie funktioniert Social Media und wo sehen Sie die Chancen von Social Media und E-Commerce für den Sportfachhandel?
Mindestens ein Drittel aller Internetnutzer in Deutschland besitzen ein Profil in mindestens einem sozialen Netzwerk. Ein Drittel der deutschen Internetnutzer veröffentlicht Fotos und jeder Zehnte verfasst Artikel in Weblogs. Private und geschäftliche Interessen vermischen sich in den sozialen Medien. Für Unternehmen stehen die klassischen Kommunikationsziele im Vordergrund – Image, Bekanntheit, Kundengewinnung und Kundenbindung. Nutzen Unternehmen Social Media für ihre Zwecke, nennt man dies Social Media Marketing. Hierbei treten sie in den direkten Dialog mit der Zielgruppe. Es gilt hier, die Chancen und die Risiken des öffentlich geführten Dialogs zu kennen. Wird Social Media Marketing falsch angewandt, wird aus dem erhofften Erfolg schnell ein Misserfolg. Unternehmen wie VAUDE zeigen, wie man den Nutzer für die Marke gewinnen kann und es eine positive Aufladung gibt. Die Grünen Vorbilder von VAUDE funktionieren und verleihen der Marke ein positives Image.
3.) Und was sind die Chancen für die Industrie und Hersteller?
Grundsätzlich gilt: Jedes Unternehmen sollte sich mit dem Thema Social Media befassen. Es ist wichtig herauszufinden, inwiefern die eigene Zielgruppe soziale Medien nutzt und ob die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen in den sozialen Medien besprochen werden. Die Suche in den sozialen Medien oder in allgemeinen Suchmaschinen nach dem eigenen Firmen- und Markennamen oder nach Schlagworten zum eigenen Angebot können Aufschluss über das Markenimage im World Wide Web geben. Es ist hilfreich, die Suche als Frage zu formulieren. Die Ergänzung der Abfrage durch „Bewertung“ kann ebenfalls interessante Treffer liefern. Stellt sich heraus, dass das Angebot in den sozialen Medien thematisiert wird, muss die Entscheidung getroffen werden, ob Social Media Marketing aktiv betrieben werden soll. Bei dieser Einschätzung helfen die folgenden Fragen:
- Wird das Angebot häufig kritisch thematisiert?
- Lassen sich die Diskussionen durch eigene Informationen zum Positiven beeinflussen?
- Hat das Angebot einen echten und einfach zu kommunizierenden Mehrwert?
- Kann durch den Dialog in sozialen Medien sogar Kunden gewonnen werden oder bestehende Kunden binden?
- Gibt es kommunikationssichere Mitarbeiter, die aktives Social Media Marketing in ihrer Arbeitszeit betreiben können?
4.) Sind Social Media Netzwerke wie facebook und andere tatsächlich ein Multiplikationsfaktor für Hersteller und Handel bzw. in welchen Netzwerken sollte man sich als Hersteller oder Händler engagieren?
Die Kommunikation wird durch soziale Medien verändert. Markenhersteller im Konsumerbereich betreiben schon heute aufwändiges Social Media Marketing. Die Nutzung der sozialen Medien im Business-to-Business ist derzeit noch nicht so stark vorangeschritten. Social Media Marketing ist nicht die Pflicht, sondern die Kür im Onlinemarketing. Unternehmen sollten sich mit diesem Thema befassen, um die Potenziale für sich einschätzen zu können.
5.) Die kultwerk GmbH hat viele prominente und renommierte Kunden auf die Online- und Community-Autobahn gebracht. Wo finden sich Ihre Kunden in zehn Jahren wieder? Ist E-Commerce der Weg zum Erfolg?
Das ist eine gute Frage. In Anbetracht der Tatsache, dass die Welt derzeit sehr stark in Bewegung ist, ist eine Sicht auf die nächsten zehn Jahre sehr schwierig. Nicht einmal für das nächste Jahr möchte ich da eine Prognose wagen. Fakt ist, dass E-Commerce in der derzeitigen Form ausbaufähig ist und dass Unternehmen viel stärker am Wunsch des Kunden arbeiten müssen. Heißt für mich, dass Facebook und andere große Netzwerke in zwanzig oder dreißig Jahren folgendes Szenario schreiben: Es gibt keine großen Markennamen mehr. Der Mensch kann ist durch und durch personalisiert. So kaufen sich die sogenannten Internet-Natives zum Beispiel keine Schuhe von Nike oder Puma. Sie entwerfen Ihre eigenen Styles und schließen sich mit anderen Nutzern zusammen, um gemeinsam einen produzierenden Betrieb zu finden, der Ihren Entwurf maßgeschneidert für ihren Fuß herstellt. Somit nehmen die Nutzer die Organisation der Produktionskette selber in die Hand.
Biografie Jens Vogel







