1.) New Balance startet mit einer umfangreichen Marketingkampagne in die Saison 2012. Zum Paket gehören eine ganzjährige, prominente Online- und Print – Präsenz. Wann geht New Balance den Schritt Richtung TV?
Da die Kampagne auf 3 Jahre mit einem hohen Millionenbetrag pro Jahr ausgelegt ist, war der Wunsch der amerikanischen Geschäfts- und Marketingleitung tatsächlich einen Großteil in TV-Werbung zu investieren. Da der komplette Bereich Werbung in den letzten Jahren anders ausgelegt war und darunter die Wahrnehmung der Marke in der Öffentlichkeit gelitten hat, lag es für uns nahe, eine für die Zukunft solide Basis mit der Print- und Online Präsenz zu schaffen – flankiert von anderen Maßnahmen. Fokussierung und der viel zitierte 360 Grad Ansatz stand dabei im Vordergrund. Da wir freie Hand bei der Gestaltung und beim Einsatz der Investition haben, konnten wir auch im ersten Ansatz die Zentrale – sowohl von NB als auch Groupe Royer überzeugen. Zukünftig will ich aber einen Schritt in Richtung TV nicht auschließen – dazu muß aber neben der beschriebenen Basis der Marketingaktivitäten auch z.B. noch an der Distribution gearbeitet werden – das läuft auf Hochtouren.
2.) Mit dem Engagement bei den Challenge-Veranstaltungen in Kraichgau und dem prestigeträchtigen Roth sowie den Verpflichtungen von Andi Böcher und Sebastian Kienle legt New Balance einen deutlichen Schwerpunkt Richtung Triathlon. Wie hoch sehen Sie im Triathlon das Potential für die Laufschuhmarke New Balance und wann dürfen wir mit der ersten Triathlon-Performance-Bekleidungslinie rechnen?
Da die Zielgruppe der Sportart Triathlon immer breiter wird und nicht nur wir, sondern auch die Challenge Verantwortlichen das so sehen, war der Schulterschluss eine logisch Schlußfolgerung auf die beide Seiten sehr stolz sind. Beide werden von der Partnerschaft profitieren und wir sehen den Veranstaltungen mit Spannung entgegen. Das Medieninteresse nimmt beiden Parteien gegenüber stark zu – in Richtung Challenge und auch NB. Eine „ehrliche“ Athletik- und Laufschuhmarke wie NB hat ein hohes Potential in der Szene – vor allem in unserer neuen Ausrichtung die sich in der aktuellen Kollektion zeigt – deutlich moderner und anspruchsvoller als in der Vergangenheit. In Sachen Bekleidung – für mich unverzichtbar für eine weltweit agierende Marke – können und werden wir in 2013 deutlich an Boden gewinnen.
3.) Bei den großen deutschen Marathonveranstaltungen hält sich New Balance in Sachen Sponsoring zurück. Passen die deutschen Marathon-Veranstaltungen nicht in das New Balance – Konzept?
Wir haben einige Betätigungsfelder – u.a. auch Sponsoring komplett hinterfragt und neu aufgestellt – auch z.B. von Partnern getrennt, die sich eben nicht partnerschaftlich verhalten haben. Wir waren auch für 2012 schon mit großen Marathonveranstaltungen in Verhandlung - wollen aber auch fokussiert die in Angriff genommenen Maßnahmen perfekt ausgestalten. Abgesehen von den Challenge Veranstaltungen sind wir auf weiteren 20 größeren Veranstaltungen vertreten.
4.) Um neue Nischen und Trends dreht sich momentan der Laufschuhmarkt. Im Bereich Natural Running zählt New Balance mit dem Minimus zu den Innovationsgebern. Wie sehen Sie die Trailrunning-Szene in Deutschland und auf internationalem Terrain? Ist es lohnenswert, sich hier in Zukunft zu engagieren?
Die Trailrunningszene ist aus unserer Sicht ein bisher stabiles und zukünftig wachsendes Segment – und da sind wir mit den „herkömmlichen“ Trailrunningschuhen als auch mit einigen Modellen aus der MINIMUS Serie – also natural Running – sehr gut aufgestellt. Wir werden uns hier in Zukunft definitv stärker engagieren und positionieren.
5.) New Balance ist auch eine Lifestyle-Marke. Wie groß ist der Spagat zwischen Sport und Lifestyle und sehen Sie eher im sportiven Sektor oder im Lifestyle-Segment das höhere Umsatzpotential für die Zukunft? Welches Segment beeinflusst das Andere und wie stellt sich die Verbindung dar?
NB ist und war immer schon eine Athletikmarke – wenn das bewusst gelebt wird und nach außen getragen wird, ist der Markenkern klar und unverwässert. Der Lifestylebereich war schon immer eine starke Säule – kein Wunder, bei dem Fundus an Originalen der über 100 jährigen Geschichte. Für uns ist das durch diese klare Diversifizierung kein Spagat. Der Runningbereich und der Lifestylebereich haben beide jetzt schon die größten Anteile im Portfolio und wachsen stark weiter – glücklicherweise unabhängig voneinander gleich stark. Das bedeutet, das die Marke in beiden Märkten – Athletik und Lifestyle – gleichermaßen angesehen ist und funktioniert.
Biografie Jürgen Konrad:
www.newbalance.de











