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18.11.2011 15:19:00

5 Fragen an Franz Föttinger CEO Fischer Sports GmbH

1.) In 20 Minuten zum perfekten Schuh: Fischer startet in diesen Winter mit der VACUUM FIT Technologie, die eine optimale und individuelle Anpassung ermöglicht. Wie ist das bisherige Feedback ihrer Athleten und des Handels? Ist von der grundsätzlichen Beratung bis zur  individuellen Anpassung der zeitliche Aufwand für den Fachhandel nicht zu groß?

Franz Föttinger Athleten reagieren, wie auch schon die Händler, sehr positiv. Erste Athleten absolvierten bereits im Vorjahr die Saison auf VACUUM FIT, wie etwa Ivica Kostelic oder Georg Streitberger. Einen Spitzenathleten von neuen Produkten zu überzeugen, ist oftmals relativ schwierig. Aber alle Athleten, die die Technologie in Gebrauch haben, sind von dem Produkt völlig begeistert. Die Nachfrage ist auch im Rennsport enorm, so dass wir leider nicht alle Wünsche erfüllen können. Wir haben darauf geachtet, dass der Anpassungsprozess einfach und relativ kurz gehalten wird. Der Anpassungsprozess dauert nicht länger als eine bisher gewohnte Anpassung eines Innenschuhs. Für den Fachhandel ist diese Möglichkeit der Anpassung alles andere als problematisch, da er damit seinem Kunden eine Mehrleistung bietet und seine Kompetenz unter Beweis stellt. Zusätzlich bindet er den Kunden näher an sich. Das Feedback aus dem Handel ist entsprechend positiv. Wir mussten die Schuhverkäufe von VACUUM FIT sogar limitieren.


2.) Großen Wert legt Fischer auf die Verknüpfung des Engagements im Spitzensport mit dem Breitensport. Sowohl im Alpin- als auch im Nordic-Bereich verspricht das Race Code Gütesiegel im Weltcup getestetes Equipment. Ist das Fischer Kundenklientel sportlich sehr ambitioniert oder verspricht das mit dem Gütesiegel ausgezeichnete Material höchste Qualität? Wie wichtig ist dabei der Transport von Emotionen für den Kaufentscheid?

Die höchsten Qualitätsstandards gelten für alle Fischerprodukte und beschränken sich nicht auf jene mit Race Code. Der Race Code visualisiert allerdings dem Kunden, welche Produkte direkt aus dem Rennlauf kommen. Der rennlaufaffine Kunde hat dadurch bei Fischer die Garantie, ein Produkt im Sportfachhandel kaufen zu können, welches identisch ist mit jenen aus dem Spitzensport. Für Fischer ist der Rennlauf nicht nur eine Marketing-Plattform, sondern auch die Möglichkeit neue Innovationen zu entwickeln und gleichzeitig unter extremen Bedingungen zu testen. Diese Erkenntnisse aus dem Rennlauf fließen dann wiederum in die Entwicklung der Verkaufskollektionen ein und kommen dort nicht nur den rennlaufaffinen Kunden zugute, sondern auch der Freizeitläufer / Skifahrer kann davon profitieren.


3.) Im Gesamtauftritt der Marke fällt die gleichberechtigte Stellung von Alpin und Nordisch ins Auge. Welches Segment liegt Ihnen mehr am Herzen und mit welchem Bereich ist das Unternehmen erfolgreicher?

Wenn man allein den sportlichen Bereich ansieht haben wir in der vergangenen Saison den Herren-Gesamtweltcup Alpin, sowie fünf große Kristallkugeln in den verschiedenen Nordischen Weltcups gewonnen und waren im nordischen Bereich die erfolgreichste Ski- und Schuhmarke im Weltcup. Da waren wir in beiden Bereichen sehr erfolgreich. Wir konzentrieren uns zu 100 Prozent auf Ski, Schuhe, Bindungen & Stöcke – also auf die Hartware – für Alpin und Nordisch. Im Nordischen ist Fischer klarer Weltmarktführer. Im Skibereich ist das vielen bewußt, doch auch unser Langlauf Schuhprogramm auf dem NNN System von Rottefella erfährt seit Jahren große Zustimmnung im Handel und bei den Endkonsumenten. Bei Alpin verzeichnen wir sehr gute Zuwachsraten und sehen uns absolut auf der Überholspur. Ziel ist es hier die Begehrlichkeit unsere Marke so steigern, dass kein Sportfachhändler an uns vorbei kann. VACUUM FIT hat uns hier natürlich enormen Auftrieb gegeben.


4.) Wo geht der Trend im Wintersport hin: Wird die Fangemeinde der Alpin-Enthusiasten noch größer, wie viel Wachstumspotential trauen Sie Nordic zu und wie schätzen Sie die Möglichkeiten für das Backcountry- oder Offtrack Cruising ein? Das Naturerlebnis abseits gespurter Loipen verspricht doch einmalige Erfahrungen. Müssen diesbezüglich vielleicht Wintersportorte ihre klassischen Konzepte überdenken?

Die Entwicklung des Skisports steht nicht still. Es entwickeln sich immer neue Segmente. Sei es Freeride im Alpinen, oder Offtrack Cruising im Nordischen Bereich. Neuer Lifestyle weckt neue Bedürfnisse. Der Hang zur Individualisierung im gesamten Leben setzt sich auch auf Ski fort. Nicht jeder möchte nur auf der Piste fahren, sondern man möchte auch abseits der Piste seine eigene Spur ziehen. Die Schneesituation trägt das ihre dazu bei. Gerade wenn einmal in den Niederungen nicht die große Menge an Schnee fällt, möchte sich der Winterenthusiast dennoch auf Schnee bewegen. In diesem Fall ist er mit dem Thema Offtrack Cruising optimal bedient und kann im besten Fall gleich hinter der eigenen Haustüre in das Schneeerlebnis eintauchen.


5.) Während andere Firmen sich zu großen Konzernen mit mehreren Marken zusammen schließen, ist Fischer mit der Marke Löffler nach wie vor ein Familienunternehmen, das aus dem österreichischen Ried weltweit tätig ist. Was ist der Geheimnis Ihres Erfolges?

Es stimmt, Fischer ist mittlerweile die letzte verbliebene österreichische Skimarke, was die Eigentumsverhältnisse betrifft. Als Familienunternehmen liegt der Drang zu Innovation und High-Tech könnte man sagen in unseren Genen. Unser absoluter Fokus liegt auf dem Skigeschäft. Die Unabhängigkeit von einem großen Konzern hat für uns den deutlichen Vorteil dabei schnell und flexibel agieren zu können. Ich denke auch die klare Bekenntnis zum Sportfachhandel ist in diesem Bereich ein wichtiger Grundstein.


Biographie Franz Föttinger CEO Fischer Sports GmbH:
 
Franz FöttingerFranz Föttinger ist in einem Hotel-Gasthof am wunderschönen Attersee im Salzkammergut aufgewachsen. An der UNI Linz absolvierte er ein BWL-Studium. Bei der Fischer Sports GmbH stieg Franz Föttinger 1998 ein, zunächst im Bereich  Sales Promotion Nordisch. Danach wechselte er ins Marketing Nordic und war neun Jahre Leiter der Division Nordic. Seit dem Herbst 2009 ist Franz Föttinger Geschäftsführer. Der 42jährige ist verheiratet und Vater von drei Kindern und passionierter Skisportler. Seit seinem dritten Lebensjahr ist er auf Alpinski unterwegs, mit zwölf Jahren kamen die Langlaufski hinzu und im heimische Skiclub gehört Franz Föttinger dem Vorstand an. Seine Liebe zum Skisport teil die ganze Familie. Sportlich ist der Geschäftsführer auch auf dem Mountain Bike, beim Laufen oder Tennis unterwegs und geht natürlich auch gerne in die Berge. Neben den sportlichen Hobbies gehört Geschichte zu seinen Steckenpferden.

www.fischersports.com
 

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