1. Herr Schechinger, wo beginnt für Sie persönlich die „Expedition Life“ und was bedeutet dieser Begriff für die Marke „TATONKA“?
Für mich bedeutet die „Expedition Life“ jeden Tag auf’s Neue alle Dinge so zu organisieren, dass unsere Kunden „Outdoor“ – bzw. Ihre „Expedition Life“ leben und erleben können.
Für die Marke TATONKA bedeutet „Expedition Life“, dass Abenteuer und Leben immer - und nicht nur in Ausnahmesituationen - zusammengehören. Die „Expedition Life“ besteht natürlich aus den großen, individuellen Outdoor-Abenteuern, aber auch kleine Outdoor-Freuden wie eine Wanderung, eine Fahrradtour, ein Zeltwochenende am See gehören dazu. Die „Expedition Life“ beginnt mitten im Alltag, in jedem Moment, in dem man die Natur aktiv für sich entdeckt.
2. Tatonka heißt in der Sprache der Sioux Bison. Wer hatte die Idee, einen Bison zum Leittier des Unternehmens zu machen und wo sehen Sie die wichtigsten Gemeinsamkeiten zwischen dem Bison und dem Unternehmen „TATONKA“?
Der Name TATONKA für unser Unternehmen wurde im Jahr 1993 weltweit eingetragen. Die Idee entstand im kleinen Kreis mit unserer damaligen Werbeagentur in Augsburg. Inspiriert wurden wir damals einerseits durch einen Kontakt in die USA, welcher als Firmenlogo den „Bison“ hatte und andererseits durch den Film „Der mit dem Wolf tanzt“. In diesem Film ist das erste Wort, welches der Leutnant John Dunbar (gespielt durch Kevin Costner) von den Indianern lernt „TATONKA“. Gleichzeitig ist die Kultur und das Leben der Indianer ein Vorbild für die Verbundenheit und den respektvollen Umgang mit der Natur und der Bison ist ein Symbol dafür.
Die Betonung der engen Verbindung zur Natur ist für uns als Outdoor-Marke ein ganz wichtiges Kriterium. Der Bison verkörpert aber auch andere Eigenschaften, die wir als treffend für unser Unternehmen ansehen: Stärke, Gemeinsinn, aber auch Eigenwilligkeit.
3. Sie engagieren sich für das Tatanka Oyate e.V. Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, das sprachliche Kulturgut der Sioux zu fördern Woher stammt die enge Verbindung zu den Indianern und ihrer Kultur?
Der Name „TATONKA“ stammt aus der Sprache der Lakota Sioux-Indianer. Und so lag es sehr nahe, ein soziales Projekt zu fördern, das die Sprache zu erhalten versucht.
Wir haben Dirk Rohrbach über seine Vorträge im Rahmen seiner Tätigkeit für den Verein kennen gelernt und war von seiner Arbeit und seinen Ideen so überzeugt, dass wir darauf hin eine langfristige Zusammenarbeit beschlossen hatten.
4. Tatonka ist ein Familienunternehmen in zweiter Generation und behauptet sich mit 6o Angestellten im Outdoor-Markt der großen Marken. „Qualität zu einem fairen Preis“, so lautet das Erfolgsrezept. Kommen soziales und ökologisches Bewusstsein einer Marke beim Kunden gut an? Sind dies möglicherweise auch Erfolgsfaktoren für eine Marke und letzten Endes auch umsatzfördernd?
Soziales und ökologisches Bewusstsein nach außen zu kommunizieren, wird in den letzten Jahren zunehmend wichtiger und kommt natürlich bei vielen Kunden und Endverbrauchern gut an. Insofern können diese Faktoren sicher auch umsatzfördernd wirken – tatsächlich messbar ist das jedoch nicht – es schwingt eher im Hintergrund mit.
Beide Bereiche sind aber sehr komplex und diese Komplexität ist nicht einfach zu vermitteln. In unserer Branche gibt es, speziell im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit, keine schnellen Lösungen. Wir können unsere Produkte nicht so einfach mit einem „Öko“-Label versehen. Es geht nur in kleinen Schritten vorwärts und oft in Bereichen, die man nicht auf Anhieb sieht.
5. Mit dem Pionierprojekt „Open Factory“ haben Sie in der Vergangenheit bereits für Aufsehen gesorgt. Seit März 2011 bietet TATONKA in der eigenen Produktionsstätte in Vietnam Führungen an, bei denen sich Besucher ein eigenes Bild der sozialen Standards und der Arbeitsbedingungen vor Ort machen können. Wie viele Menschen haben sich bis heute die Produktionsstätte angeschaut, mit welchen Eindrücken reisen sie wieder ab und aus welchen Teilen der Welt kommen die Besucher?
Bis jetzt haben sich 24 Besucher registriert, 8 Besucher haben bereits eine Führung erhalten. Die ersten Besucher waren ein Paar aus Australien – die waren sogar 1 Woche vor dem offiziellen Termin schon gekommen – darüber hinaus waren Leute aus Österreich, Deutschland und Niederlande da.
Leider hat nur ein Besucher auf unserer Website auch seinen Besuchsbericht veröffentlicht – da würden wir uns natürlich mehr wünschen. Aber die Veröffentlichung der Berichte erfolgt nur durch Zustimmung zur Veröffentlichung des Besuchers. Intern (also für unsere Leute in der Produktion) können wir jedoch die Kommentare lesen und bekommen somit von jedem Besucher Anregungen zur Verbesserung.
Die bisherigen Besucher haben sich alle sehr positiv geäußert. Sie zeigten sich beeindruckt sowohl von den Arbeitsbedingungen als auch vom freundlichen Arbeitsklima und der handwerkliche Sorgfalt bei der Herstellung unserer Produkte.
Biografie Andreas Schechinger
www.tatonka.com







